Schlange stehen für "Weihnachten mit dem ASO" Das Aargauer Symphonie Orchester spielte am Sonntag sowohl in Baden wie in Aarau sein Weihnachtskonzert. Zu hören gab es leichte Kost für Jung und Alt. Chefdirigent Douglas Bostock führte gut gelaunt durchs Programm. (Aargauer Zeitung, Daniel Polentarutti, 23.12.2008) Kinder- und Familienkonzerte liegen seit Jahren im Trend, landauf, landab bieten viele Orchester mit grossem Erfolg leichte Kost für Jung und Alt. So können denn auch Dirigent Douglas Bostock und sein Aargauer Symphonie Orchester am Wochenende in Baden und Aarau vor vollen Sälen spielen - in Aarau muss ein "Ausverkauft"-Schild gar einige enttäuschte Spontanbesucher abweisen. Nicht nura Familien gönnen sich dieses "Classic light"-Konzert, erstaunlich viele "kinderlose" Erwachsene sitzen im Publikum. Offensichtlich ist "Weihnachten mit dem ASO" für viele ein ideraler Auftakt zu den Festtagsferien. Ein grosser, prächtig geschmückter Tannenbaum und ein märchenhaftes Lebkuchenhaus in winterlicher Landschaft zieren die Frontseite des Programmhefts - streng genommen eigentlich eine Mogelpackung, so richtig winterlich oder märchenhaft ist das Programm nämlich nur bedingt. Das ist bei diesem Kinderkonzert aber gar nicht so wichtig, entscheidend ist, dass die Stücke abwechslungsreich und vor allem nicht zu lang sind. Die ASO-Auswahl ist ideal: Auf eine Rossini Ouvertüre folgen kurzweilige Suiten von Georges Bizet, Nikolai Rimski-Korsakov und Benjamin Britten. Der Konzertauftakt enttäuscht: Rossinis Ouvertüre zu "La gazza ladra" gerät dem ASO zu massig und schwerfällig. Wohl mit Blick auf die vertrackten Läufe der Holzbläser und Violinen wählt Bostock nach einer militärisch-wuchtigen EInleitung ein gemächliches Tempo. So kann zwar alles sauber ausmusiziert werden, Leichtigkeit, Eleganz und sprühender Esprit bleiben jedoch weitgehend auf der Strecke. In der Folge spielt das Orchester durchwegs auf hohem Niveau. Die drei Suiten bieten den Bläsern reichlich Gelegenheit zum Brillieren, namentlich die Holzbläser verzaubern wiederholt mit wunderschönen Solopassagen. In den Tutti-Stellen müssen sich die Streicher häufig gegen das allzu stark auftrumpfende Blech behaupten - weniger wäre mehr gewesen. Douglas Bostock hat ein ausgesprochenes Flair für publikumswirksame Kommentare, mit witzigen und hilfreichen Erklärungen führt der Dirigent gut gelaunt durchs Programm. Er beschränkt sich dabei auf ein Minimum, und bleibt (im Gegensatz zu manchem Erzählprofi) wohltuend knapp. Für kleinste Konzertbesucher mag es eine Überforderung gewesen sein, ganze Suiten mit vier oder fünf Sätzen en bloc erklärt zu bekommen, Erwachsene indes waren wohl eher dankbar, dass die Werke nicht aus pädagogischen Gründen "zerstückelt" wurden. Einen besonders wirkungsvollen Schlusspunkt setzte das ASO mit Leroy Andersons köstlichesm "Sleigh Ride". Kinder, die nach über einer Stunde Musik schon etwas ermattet wirkten, spitzten augenblicklich die Ohren, begannen sich im Takt zu bewegen und genossen eine amüsante Schlittenfahrt mit Peitschenknallen, Pferdegewieher - und den unverzichtbaren Schellenglöckchen. << Zurück |