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Seelenfriede statt Zorn

  

Die Aargauische Lehrergesangsvereinigung sang in der Aarauer Stadtkirche Duruflés Requiem.

 

(Aargauer Zeitung, Walter Labhart, 28.10.2008)


Für ihre Präsentation geistlicher Chormusik aus Frankreich hätte die Aargauische Lehrergesangsvereinigung (ALGV) kein passenderes Motto wählen können als «In Paradisum». Mit diesen beiden Worten beginnt der letzte Teil von Maurice Duruflés bekanntestem Werk, dem 1947 entstandenen Requiem op. 9. Es bildete den krönenden Abschluss des zweiten Konzerts des Chors, geleitet von Michael Schraner, in Zusammenarbeit mit Musikern des Aargauer Symphonie-Orchesters. Das Requiem entliess das Publikum am Sonntag in der Aarauer Stadtkirche in tröstlicher Stimmung. Von seinem Vorbild Fauré und dessen Requiem ausgehend, verzichtet Duruflé in seiner neunteiligen Totenmesse auf ein Dies Irae in einem ganzen Satz, um diese üblicherweise aufwühlende Sequenz am Werkende durch eine lyrische Grundstimmung zu ersetzen. Statt Erschütterung lauter Seelenfriede: Engel geleiten ins Paradies und sie tun dies mit den zartesten Klängen aus dem impressionistischen Repertoire, von sanft schwebenden Orgeltönen und betörend süssen Frauenstimmen begleitet. Doch gehen diesem sphärischen Ausklang viel Gregorianik und diverse kontrapunktische Gefechte voraus, etwa im Kyrie, wo sich die Chorstimmen in ein polyfones Geflecht verwickeln lassen. Bevor das Pie Jesu Domine und mit ihm das von Anja Kühn (Mezzosopran) mit verhaltenem Espressivo vorgetragene Solo einsetzt, beschwören tremolierende Streicher grause Finsternis herauf.

Natürlich kommt auch Duruflé nicht ohne den obligaten «Tag des Zorns, Tag der Klage» aus. Er verkürzt aber das entsprechende Dies Irae auf eine einzige Textzeile und ein paar wenige musikalische Gesten, die weniger Dramatik enthalten als der «Schreckenstag, an dem Himmel und Erde wanken». Dort wurde die Textverständlichkeit des Chors durch das heftig rumorende Orchester ernstlich gefährdet. Nothelfer war hier der vollständige Text im Programmheft, dessen Gestaltung durch Yolanda Senn Ammann besondere Erwähnung verdient.

Die rund sechzig Sängerinnen und Sänger der ALGV meisterten ihre schwierige Aufgabe mit Souveränität und viel Hingabe. René Koch (Bariton) lud seinen Solopart mit ebenso viel kontrollierter Dynamik auf wie der Organist Benjamin Guélat, der mit Duruflés «Prélude et fugue sur le nom d’Alain» in die mit gregorianischen Durststrecken strapazierende Klangwelt des französischen Dukas-Schülers einführte.

 

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