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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Klang- und Zeitkosmos

 

Oliver Schnyder und das Aargauer Symphonie-Orchester

 

(Neue Zürcher Zeitung, Alfred Zimmerlin, 17.09.2008)

 

Ludwig van Beethovens eigene grosse Kadenz zum ersten Satz seines vierten Klavierkonzerts G-Dur op. 58 mit dem Pianisten Oliver Schnyder: Welcher Kosmos an Klang- und Zeit-Gestaltung tut sich hier auf. Wie fein wird jede Bewegung der Musik gewichtet; differenziert werden die Zeit- Schichten der linken und der rechten Hand - manchmal auch innerhalb einer Hand - mit einer erlesenen agogischen Gestaltung hör- und erlebbar gemacht. Und die pointiert herausgespielten Bezüge zum zuvor gehörten Satz lassen das thematisch-motivische Material noch einmal in neuer Beleuchtung erscheinen. Das ist gleichzeitig ein analytisch bewusstes und ein die gestalterische Ganzheit anstrebendes Klavierspiel von einem Musiker, der sehr genau spürt, wo der Kern des Werks ist. Wunderbar die Poesie, die Schnyder dem Andante con moto gab, unaufgeregt, mit innerer Ruhe und doch mit sehr vielfältigen Ausdruckswerten dann das Vivace-Rondo.

Diese differenziert atmende Gestaltungskunst zeigte sich schon in den allerersten fünf einleitenden Klaviersolo-Takten des Werkes. Seltsam, wie das begleitende Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) und sein Dirigent Douglas Bostock gar nicht auf diese Vorgabe Schnyders reagierten, sondern forsch, mit deutlich zügigerem Tempo und wenig atmender Agogik die Exposition des Satzes angingen: Zwei grundverschiedene Ansätze der Zeit-Gestaltung trafen aufeinander, ein Konflikt, der während des ganzen ersten Satzes anhielt. Im zweiten Satz ist der Konflikt von Beethoven gleichsam auskomponiert, aber auch im Rondo hätte man sich manchmal ein etwas mehr vom kammermusikalisch-kommunikativen Denken her gestaltetes Orchesterspiel gewünscht.

Deutlich war indes an diesem Gastspiel des Orchesters aus dem Nachbarkanton in der Tonhalle Zürich zu hören, wie sich das ASO in der letzten Dekade enorm verbessert und professionalisiert hat. Arthur Honeggers kurzes, durchaus virtuoses «Prélude pour <La Tempête> de Shakespeare» liegt dem Dirigenten ausgezeichnet und entfaltete eine starke Wirkung. Und zum Schluss erklang Antonín Dvoráks Sinfonie Nr. 9 («Aus der Neuen Welt»), mit kräftigem Zugriff und aller Deutlichkeit gestaltet. Anregend beispielsweise, wie im Kopfsatz in den beiden Expositionswiederholungen und der Reprise der Seitensatz und das Schlussthema dreimal agogisch unterschiedlich angegangen wurden.

 

Zürich, Tonhalle, 15. September. Wiederholung: Baden, Trafo- Halle, 17. 9., 20 h.

 

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