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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Ein ganz persönliches Bekenntnis

 

Mit Beethoven und Dvorak und dem Pianisten Oliver Schnyder startete das Aargauer Sinfonie-Orchester überzeugend in die neue Konzertsaison.

 

(Aargauer Zeitung, David Koch, 16.09.2008)

 

Die Zeit der Sommerfestivals geht zu Ende. Auf Exklusivität folgt wieder Kontinuität, der reguläre Konzertbetrieb bietet die bewährten Abonnementsreihen an. So geschehen beim Aargauer Symphonie-Orchester (ASO). Dieses eröffnete am Sonntag im Kultur- und Kongress haus Aarau die aktuelle Spielzeit mit Musik von Arthur Honegger, Ludwig van Beethoven und Antonin Dvorak. «Auf zu neuen Ufern!» hiess das Motto. Und das Orchester tat dies vielversprechend mit Chefdirigent Douglas Bostock, mit dem neuen Konzertmeister Ulrich Poschner und mit einem Heimkehrer als Solisten: dem Pianisten Oliver Schnyder.

Wer Schnyder als leidenschaftlichen Festival Artist mit Frédéric Chopins erstem Klavierkonzert am Boswiler Sommer erleben durfte, gab sich in Aarau erstaunt, wie unaufgeregt und nach innen gewandt sich der Interpret Beethovens viertem Klavierkonzert op. 58 annahm: keine Mätzchen, keine Effekthascherei, kein virtuoses Aufbegehren. Das war ein ganz persönliches Bekenntnis an ein ungemein lyrisches Werk mit beinahe schon romantischer Textur. Ungewöhnlich entfaltet sich der Beginn mit dem Solisten. Zunächst fast zögernd auf dem Anfangsakkord verharrend, kommt die Bewegung gleichwohl in Gang. Nur wenige Takte sind es vor einer langen Orchesterleitung, sie aber bestimmen den Tonfall für das gesamte Werk. Es formt sich daraus ein gedankenreicher Kopfsatz, in dem Schnyder sein brillantes Skalen- und Figurenspiel oft sehr orchesterdienlich auszuführen hatte.

Das Orchester wiederum vermochte der andauernd sanften Kantabilität des Pianisten aufmerksam in den zweiten Satz zu folgen und zeigte sich hier im Besonderen dialogbereit, wenn auch im Streicherklang bisweilen etwas grob und mit einigen Bruchstellen. Der entrückt wispernde Schlussakkord mit dem sich nochmals aufrichtenden Klavier jedoch gelang vorzüglich. Viel Pianissimokultur dann zu Beginn des Rondos, das sich erst langsam zur heiteren Frische steigert. Nun wich Schnyders ehrliche Empfindsamkeit einer pointierten Spiellaune. Subtil zeichnete er die melodische und rhythmische Gestalt von Ritornell und Seitenthema und führt den musikalischen Verlauf nach einer kurzen Kadenz konsequent zum Schluss.

Der Applaus des Auditoriums war herzlich, aber nicht überbordend. Ganz anders Dvoraks 9. Sinfonie op. 95 «Aus der Neuen Welt». Das Werk ist populär und das elegische Englischhornsolo im 2. Satz gar ein Klassikhit (makellos im Konzert: Judith Buchmann). Noch galt es in der düsteren Einleitung zur Sinfonie einige Klippen zu umschiffen, dann aber lief das ASO zu Höchstform auf.

Ausgewogen und klangvoll präsentierte sich das Kollektiv, differenziert die einzelnen Register bis hin zu feinen Einzelleistungen. Da agierten die Hörner exponiert und zuverlässig, da wurde von den Holzbläsern Präzision und Farbenreichtum verlangt, da entwickelten die Streicher beherzt ihren grossen Sound. Klug war zudem Bostocks interpretatorisches Ermessen, Dvoraks Neunte dramaturgisch sehr forsch und somit schlüssig anzugehen. Das entschlackte jegliche dem Werk anhaftende pathetische Schwärmerei und reduzierte dessen Inhalt auf das musikalisch Wesentliche. Straff hielt Bostock die Zügel in der Hand und forderte sein Orchester in allen Belangen. Eine überzeugende Wiedergabe.

Mehr als Fremdkörper wirkte im Programm anfangs Honeggers Vorspiel zur Bühnenmusik «La Tempête». Wohl gut und engagiert gespielt, klang das rastlose, ungestüme Stück bei dieser (bekanntermassen) problematischen Saalakustik weitgehend isoliert, lärmig und fern jeglicher deskriptiver Momente.

 

Wiederholung heute Aarau, morgen Trafohalle Baden.

 

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