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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Ein kleines Wunder und viel Abwechslung

 

Das Aargauer Symphonie-Orchester spielt anlässlich des 4. Zyklus in Aarau ein vielfältiges Programm. Auffallend waren eine Uraufführung und die Solistin des Abends - die Altistin Leila Pfister. 

 

(Mittellandzeitung, Christian Berzins, 04.03.2008)

 

Warten wir nicht in jedem klassischen Konzert auf ein kleines Wunder - und sei es nur auf ein leckeres Pausenbrötchen? Das Wunder im 4. Zyklus des Aargauer Symphonie-Orchesters (ASO) war musikalischer Natur, 17 Takte lang und fand in der Einleitung der Alt-Rhapsodie von Johannes Brahms statt. Nach diesen 17 Takten darf die Aufmerksamkeit zur Sängerin übergehen, vorher aber hat das Orchester kurz Zeit, die Möglichkeit zu zeigen, wohin dieses Werk gehen kann.

ASO-Chefdirigent Douglas Bostock verstand es nicht nur, eine schauerliche und doch erhabene Stimmung zu evozieren, sondern zeigte mit dem Orchester Charakter: Jeder Takt wurde sorgfältig ausgestaltet, somit die Abgründe aufgedeckt, über die die Altistin bald zu schweben hatte. Doch diese Takte waren eben nicht nur gut gespielt, sondern das ASO zeigte hier eine ureigene Klangqualität, die man früher von diesem Orchester gar nicht kannte.

Noch im ersten Werk des Abends hatte das Orchester auf anderes gesetzt. In der «Tragischen Ouvertüre» von Johannes Brahms gefiel ein ungestümes Vorwärtsdrängen mit einer zielstrebigen Schärfe, die weniger auf üppige Klangentfaltung zielte. Das «Tragische» war hier kein Zustand, sondern eine packende Bewegung: spannend zu hören, was in diesem kurzen Werk so alles passiert und wie geschickt Bostock dieses «alles» zum Vorschein brachte.

Zurück aber zur Alt-Rhapsodie: Die Schweizer Altistin Leila Pfister erschuf in den ersten, vermeintlich noch weniger fliessenden Versen bereits eine üppige Gesangslinie. Bald schwebte sie auf den hohen Tönen («Öde verschlingt»), bald orgelte sie elegant in wundersamen Alt-Tiefen. Dank kluger Deklamation und prächtigem Klangsinn setzte sich Pfister über den präsenten und mit klangvollem Piano singenden Männerchor und die orchestralen Abgründe hinweg.

Je nach Hörweise stand nicht die Alt-Rhapsodie und auch nicht das Finalstück, sondern die vor der Pause gespielte Uraufführung der Orchesterfassung von Ito Yasuhides sinfonischer Dichtung «Gloriosa» im Mittelpunkt. Ein effektvolles, bisweilen auch naives Werk des Japaners - beide Begriffe sind positiv gemeint -, wird doch durchaus programmatisch plastisch nacherzählt, wie die Christen auf der japanischen Insel Kyushu verfolgt und vernichtet wurden. Im «Cantus» stellte sich eine eisig-brüchige Intimität ein, die bald von rauschhaftem Orchestertutti durchbrochen wurde. Erneut setzte der von Thomas Baldinger bestens vorbereitete Männerchor - die Männer des Collegium Vocale Lenzburg sowie von Musica Vocalis Rara - einen Akzent.

Nach langer Pause folgte ein sanfter Wiedereinstieg mit Samuel Barbers «Adagio für Streicher» op. 11: Bostock zeichnete dieses abgespielte Werk als ernstzunehmender, klar gestalteter Kleinkosmos und nicht als das allzu bekannte rührselige Trauerstück: Klar herausgeschaffen waren die Linien, akzentuiert die Tongebung.

Der Drang zu einem zweiten Finale nach dem kompakten ersten Konzertteil wurde durch den Barber-Einschub aufgehalten. Gewiss: Es gilt, die verschiedenen Fähigkeiten des Orchesters zu zeigen und auszuprobieren. Obs für die Konzertdramaturgie imer förderlich ist?

Interessant war es zu hören, wie Bostock die 4. Sinfonie Robert Schumanns mit seinem Aargauer Orchester spielen würde, hat er das Werk doch bereits mit der tschechischen Kammerphilharmonie auf CD eingespielt. Die Live-Aufführung war stürmischer, die Feinheiten waren auf der CD naturgemäss besser herausgearbeitet. Gewisse Überakzentuierungen hätten vielleicht im 2. Satz mehr konträre Ruhe verlangt, wirkten so manchmal «nur» effektvoll. Und auch das Finale war ein grosser Rausch, in dem die Steigerung etwas verloren ging. Das Gesamtbild der Sinfonie und die Orchsterleistung - ein vor Kraft aufbrausendes, romantisches Werk - gefielen aber durchaus und wurden auch heftig beklatscht.

 

Wiederholung Heute 4. 3., Aarau; 5. 3., Baden. Jeweils 20 Uhr.

 

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