Ein bisschen wie WienTradition prägte den 2. Jänner in Wettingen Viele, viele wohlvertraute, aber auch zwei frische Gesichter und drumherum eine zwar noch nicht uralte, aber längst liebgewordene Tradition: Das war das Wettinger Neujahrskonzert 2008. (Mittellandzeitung, Rosmarie Mehlin, 3.01.2008)
Was seit Jahrzehnten in der Silvesternacht zahlreichen TV-Programmen recht, das ist Wettingen seit nunmehr 14 Jahren billig: «The same procedure as every year.» Immer dieselben 30 Kronleuchter, dieselben Putenengel, immer reicher Blumenschmuck, immer Apéro für geladene Gäste vor dem Konzert und für «gewöhnlich Sterbliche» danach. Anders als beim «Dinner for one» wird am 2. Jänner im Wettinger Tägerhardsaal jeweils ein etwas anderes (musikalisches) Menü serviert - eines à la Vienna. Und während sich das Gros der Akteure - das Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) unter Leitung von Marc Kissóczy - gleichbleibt, wechseln die Solisten und, partiell, auch die Redner, will es doch die Tradition, dass jeweils der amtierende Landammann zwischen Walzer und Radetzky-Marsch ans Mikrofon tritt, heuer also Regierungsrat Ernst Hasler (siehe nebenstehenden Artikel). Selbstverständlich obliegt es dem Wettinger Gemeindeammann, den Konzertbesuchern das neue Jahr anzuwünschen. Und das ist jetzt ja ein Neuer: Markus Dieth, gerade mal den zweiten Tag im Amt, dankte noch einmal seinem Vorgänger Karl Frey, erinnerte dann daran, dass Kultur sich auch im Umgang von Menschen untereinander niederschlagen müsse und wie sehr da Musik doch verbinde. In bester Laune hatten sich beim vorgängigen Apéro etwelche Neujahrskonzert-Dauergäste händeschüttelnd und küssend nur das Allerbeste und noch viel mehr fürs neue Jahr gewünscht. Aber auch hier war ein neues Gesicht auszumachen: Peter Bühlmann, Präsident der Geschäftsleitung der Neuen Aargauer Bank als Hauptsponsor, freute sich, zusammen mit Gattin Eveline, sichtlich auf den Konzertgenuss. Der begann mit russischen Klängen: Zeigte sich das ASO bei der Ouvertüre zu Michael Glinkas Oper «Das Leben für den Zaren» noch etwas verhalten, gewann es bei Rossinis wunderbar-verspielten Ouvertüre zu «Die diebische Elster» rasch an Schwung und Spielfreude, was die Musikerinnen und Musiker beides in einer ungarischen Polka von Johann Strauss und Gounods mitreissendem «Faust Walzer» weiter zu steigern vermochten. Dass die Sopranistin Anna Steiner mit ihrer kleinen Stimme ausgerechnet zwei ganz grosse Operettenarien sang, war hingegen nicht gerade überzeugend, während der norwegische Tenor Erlend Tvinnereim als weiterer Solist zwar auch nicht von den Stühlen riss, aber stimmlich immerhin einiges zu bieten hatte. << Zurück | |