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Die Kunst liegt in der Präzision

 

Das ASO gefiel am 5. Zykluskonzert. Seinen fünften, abschliessenden Konzertzyklus stellte das Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) unter das Motto «Vive la Symphonie!». Das dreiteilige Programm war nicht auf Paradebeispiele für die klassisch-romantische Sinfonie fixiert, sondern bot eine formale und inhaltliche Vielfalt, die bei aller Beschränkung auf das 19. Jahrhundert nicht grösser hätte sein können.

 

Walter Labhart (MZ, 22.05.2007)
Eine kurzweilige Opernsinfonia, die Ouvertüre zu Rossinis «Tancredi», bildete den erst rhythmisch straffen, dann leichtfüssigen Auftakt. Mit der Symphonie espagnole op. 21 von Edouard Lalo erklang eine fünfsätzige Mischung von Sinfonie und romantischem Violinkonzert. Den Höhepunkt des auf mächtige Steigerungen angelegten Konzerts im Aarauer Kultur- und Kongresshaus brachte eine Programmsinfonie, die mit einem «Schicksalsthema» einsetzende 4. Sinfonie f-Moll op. 36 von Peter Tschaikowsky. Nach deren letzten Akkordschlägen in dreifachem Forte zeigte sich erneut, dass das Aargauer Konzertpublikum auf das ASO und Douglas Bostock stolz sein kann. Der begeisterungsfähige, alles andere als kühl abwägende oder distanziert dirigierende Brite, der längst in aller Welt geschätzt wird, ist nicht nur für das aargauische Musikleben ein Glücksfall.

 

Davon konnte man sich schon in den Einleitungstakten zu Rossinis «Tancredi»-Vorspiel überzeugen. Es braucht ebenso viel eiserne Disziplin wie menschliches Geschick, einem grossen Orchester abzuverlangen, letztmögliche Präzision im Spielen von Vorschlägen und spannungsvollen Punktierungen zu erreichen, ohne die Anstrengung hörbar zu machen. Nach so viel Konzentration stiegen die Violinpizzicati umso leichter auf, entfalteten die Holzbläser einen wärmeren Klang.

 

Obschon er mit mehreren CDs hervorgetreten ist, die Orchesterminiaturen französischer Komponisten anbieten, schien Douglas Bostock in Lalos Symphonie espagnole weniger Engagement zum Ausdruck gebracht zu haben als in Tschaikowskys stärker herausfordernder 4. Sinfonie. So sehr auch das Scherzando und das Intermezzo (Habanera) mit federnder Eleganz daherkamen, wies die Interpretation insgesamt doch eher wenig von all dem französischen Duft und der iberischen Sinnlichkeit der Partitur auf. Als Solist hinterliess Marc Paquin, der scheidende erste Konzertmeister des ASO, den guten Eindruck eines spieltechnisch versierten Violinisten, der aber etwas mehr Ausdruckswärme hätte zeigen dürfen. Erst in Tschaikowskys 4. Sinfonie konnte Douglas Bostock das klangliche und emotionale Potenzial des ASO voll ausschöpfen. Nur mit renommierten Klangkörpern von internationalem Rang vergleichbar, gestaltete das auf Höchstform getrimmte ASO das mit expressiven Holzbläsersoli und delikaten Pizzicati angereicherte Wechselbad der Gefühle mal mit dramatischer Kraft und viel Brio, mal mit zauberhafter Leichtigkeit in den ballettartigen Partien.

 

Weitere Aufführungen Aarau, Kultur- und Kongresshaus, 22. Mai, 20 Uhr; Baden, Trafo-Halle, 23. Mai, 20 Uhr.

 

 

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