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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

50 Jahre Aargauer Symphonie Orchester

 

Mit einem Festkonzert im Aarauer Kultur- und Kongresshaus hat das Aargauer Symphonie Orchester (ASO) sein 50-jähriges Bestehen gefeiert und ein Zeichen gesetzt für ein hochklassiges, eigenständiges Kulturleben etwas abseits der urbanen Gravitationszentren.

 

codexflores, 29. April 2013, von Wolfgang Böhler

 

Es war reiner Zufall, aber passend, dass am Tag vor dem Festkonzert auf dem Kultursender 3Sat eine Dokumentation die Bedeutung des Tessiner Coro della Radiotelevisione Svizzera würdigte – als Leuchtturm des Kantons, der unter seinem Leiter Diego Fasolis zu internationaler Ausstrahlung gefunden hat. Das ASO leistet für den «Kulturkanton» Aargau Vergleichbares und hat sein Festkonzert denn auch selbstbewusst mit anspruchsvoller Kost lokaler Komponisten programmiert. Schon deren Lebensgeschichten zeugen von einer früh globalisierten Vernetzung des Kantons, die das Denken in Kategorien von Zentren und Peripherie oder Urbanität und Agglomeration schom
immer ad absurdum geführt haben. So ist Ernst Widmers auch heute noch sehr modern anmutendes, 1970 in Rio de Janeiro uraufgeführtes Werk «Quasars» op. 69 der Wurf eines Aargauers, der nach Brasilien migrierte und dort im nationalen Kulturleben – unter anderem als Direktor der Musikhochschule von Salvador de Bahia – eine bedeutende Rolle spielte. János Tamás wiederum, von dem eine Serenade für Streicher, Klavier und Pauke erklang, war ein Ungar, den es 1956 als Flüchtling nach Schönenwerd verschlug. Er hat den Kanton in der Folge musikalisch dank seiner Herkunft aus der grossartigen Tradition seines Heimatlandes wesentlich mitgeprägt.
Daneben zeigte die Begegnung mit Werken von Walter Geiser (Fantasie II für grosses Orchester op. 34), Peter Mieg (Concerto da Camera für Streicher, Klavier und Pauken) und Heinrich Sutermeister (Marche fantasque für grosses Orchester), dass im 20. Jahrhundert in der Region exzellente Musik geschrieben worden ist, die es für das grosse Publikum durchaus noch zu entdecken gilt; ihre innovative Kraft ist, wie so vieles, das im selbstdeklarierten avantgardistischen Ballett der Serialisten nicht mittanzen wollte, nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrer Qualität und ästhetischen Bedeutung nicht erkannt worden. Schliesslich ist es im Rahmen des Festkonzertes auch zur Zweitaufführung eines 2010 in Luzern durch Pierre Boulez uraufgeführten Werkes («Turn») des Aargauers Dieter Ammann gekommen, das in seiner texturen- und clusterorientierten Klangsprache organisch, aber vermutlich unwillentlich an Widmers Werk anzuknüpfen scheint.
Es bleibt erstaunlich, wie selbstverständlich und souverän das Orchester sich in Partituren der klassischen Moderne und der kompromisslosen zeitgenössischen Musik bewegt und in seinen Abo-Konzerten auch Populäres wie Filmmusik, grosse Chorwerke oder Freiluftaufführungen von Opern (im Schloss Hallwyl) selbstverständlich sekundiert.
Das Festkonzert, vom Chefdirigenten Douglas Bostock souverän geleitet – hat denn auch die beiden Hauptaufgaben exemplifiziert, die ein solches Orchester heute hat: Einerseits soll es zur lokalen kulturellen Identität beitragen und deren historisches Erbe pflegen, andererseits ist es aber auch eine wichtige Ressource der kulturellen Infrastruktur, die auf verschiedensten Gebieten, von der globalisierten ästhetischen Forschung bis zu Vermittlung in Schulen und Vereinen, im Mikrokosmos einer Region vieles erst möglich macht. Gerade die Einsicht, dass sich das gesellschaftlich und künstlerisch relevante kulturelle Leben nicht auf Metropolen und Wirtschaftszentren beschränken darf, macht eine Stärke des föderalistischen Staatswesens aus. Die Schweiz ist gut beraten, dazu Sorge zu tragen. Am Leben erhalten wird das Orchester laut eigenen Angaben vom Kanton Aargau, der dem kulturellen «Leuchtturm» bereits 2010 einen
«herausragenden Stellenwert in der Aargauer Kulturlandschaft» zugesprochen hat und der auf der Basis eines Rahmen- und Leistungsvertrags jährliche Betriebs- und Projektbeiträge entrichtet.
Unterstützung erhält das ASO von der Aargauischen Kantonalbank als Hauptsponsorin, von zahlreichen Sponsoren und seinem Verein sowie dessen Mitgliedern. Es gestaltet pro Saison zwei Abo-Reihen mit hochkarätigen und spannenden symphonischen Programmen sowie mit Familien-,
Neujahrs- und Pops-Konzerten. Überdies gastiert es regelmässig in der Tonhalle Zürich. Seine Aufgaben erfüllt es damit in exemplarischer Weise. (wb)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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