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Eine Ahnenreihe der Aargauer Komponisten

 

Das Aargauer Symphonie Orchester lädt zu einem Konzert mit lauter Aargauer Komponisten, was die Frage aufwirft: Existiert auch eine spezifisch aargauische Musik?

 

Aargauer Zeitung, 25. April 2013, von Walter Labhart

 

Zur intensiveren Beschäftigung mit Musik von Aargauer Komponisten gibt das Festkonzert «Argovia Classics» des Aargauer Symphonie-Orchesters am Wochenende reichlich Anlass. Auf dem Programm stehen Werke von Dieter Ammann, Walther Geiser, Peter Mieg, Heinrich Sutermeister, Janos Tamás und Ernst Widmer, die alle zwischen 1897 und 1962 geboren wurden und in ihrer stilistischen Haltung nicht unterschiedlicher sein könnten. Gemeinsamkeiten sind keine auszumachen, Gegensätze umso mehr. Tatsache ist jedenfalls, dass im Aargau, der sich stolz Kulturkanton nennt, mehrere Komponisten geboren wurden, die zu verschiedenen Zeiten Wesentliches zum vielgesichtigen Gesamtbild der schweizerischen Musik im 19. und besonders im 20. Jahrhundert beigetragen haben.

 

Frühromantiker aus Brugg

An der in Deutschland von Felix Mendelssohn Bartholdy angeführten Strömung der Frühromantik nahm mit dem in Brugg geborenen Liedkomponisten Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836) einer der talentiertesten Schweizer Musiker seiner Zeit aktiv teil. Nach dem Freitod des in Berlin ausgebildeten Einzelgängers
herrschte im Aargau lange Zeit Ebbe. Erst Hermann Suter (1870– 1926), in Kaiserstuhl zur Welt und in Basel als Dirigent zu Ehren gekommen, vermochte eine tragfähige Fortsetzung zu schaffen. Mit dem Chorwerk «Le Laudi» gelang ihm ein Wurf, der wie Arthur Honeggers «Le Roi David» in aller Welt für das noch junge Ansehen der Schweizer Musik sorgte. Zur selben Zeit machte ein weiterer Schweizer im Ausland von sich reden: Ernest Bloch (1880–1959) war, was im Aargau bislang kaum zur Kenntnis genommen wurde, Bürger von Lengnau im Surbtal und als Autor der Hebräischen Rhapsodie «Schelomo» (1916) einer der wichtigsten Pioniere der modernen jüdischen Kunstmusik. Heute ist der
in Genf geborene und 1916 in die USA ausgewanderte Musiker der international am häufigsten aufgeführte Schweizer Komponist. Der äusserst vielseitige Aarauer Werner Wehrli (1892–1944), ein Schüler von Hermann Suter, bereicherte die pianistische Unterrichtsmusik mit dem poetischen Zyklus «Von einer Wanderung», den Beata Wetli soeben auf der CD «Aargauer Wanderungen.
Klaviermusik von Aargauer Komponisten aus 150 Jahren» (Wiediscon WD 9451) festgehalten hat. Was wäre die schweizerische Filmmusik ohne die rasch populär gewordenen Beiträge von Robert Blum (1900–1994) zu Spielfilmen wie «Anne Bäbi Jowäger», «Gilberte de Courgenay» oder «Ueli der Knecht»? Wie Blum, der in Bellikon lebte und dort starb, hatte sich auch der in Zofingen geborene Walther Geiser (1897–1993) bei Ferruccio Busoni in Berlin ausbilden und von dessen Neuer Klassizität anregen lassen. Zur häufig alemannischen Schwere der neobarocken Werke Geisers bilden die an französischen Vorbildern geschulten Kompositionen des Lenzburger Multitalents Peter Mieg (1906– 1990) einen heiteren, musikantisch verspielten Kontrapunkt. Sein Concerto da Camera für Streicher, Klavier und Pauken (1952) passt keineswegs in die damalige Klangwelt der mehr von deutschen Vorbildern geprägten Aargauer Musik. Der anregenden Wirkung von moderner französischer Musik konnte auch der Zofinger Bürger Heinrich Sutermeister (1910–1995) nicht widerstehen. Als einer der wenigen Schweizer Komponisten erzielte er mit Opern wie «Die schwarze Spinne», «Romeo und Julia» und «Niobe» im Ausland grosse Erfolge. Mit den beiden französisch inspirierten Berufskollegen teilt der in Aarau geborene Burkhard-Schüler Ernst Widmer (1927–1990), der 1956 nach Brasilien übersiedelte, die Vorliebe für Transparenz und formale Klarheit. Diese
Eigenschaften strebte auch Janos Tamás (1936–1995) in seiner Serenade für Bläser und Streicher an.


Talentierte Zofinger

Obschon Walther Geiser, Hermann Haller und Heinrich Sutermeister Bürger von Zofingen waren, wo der Blum- Schüler Alfred Wälchli als Aussenseiter einen eigenen Weg ging und mit Dieter Ammann jetzt einer der erfolgreichsten Schweizer Komponisten der Gegenwart lebt, wäre es vermessen, bei so grosser stilistischer Vielfalt von einer «Zofinger Schule» zu sprechen.

 

 

«Argovia Classics: Festkonzert»
Aarau Kultur- und Kongresszentrum, So 28. April,
17 Uhr, Festkonzert (16 Uhr Gesprächsrunde).
www.aso-ag.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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