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Heldentagen zum 50. Todestag von Paul Hindemith

 

Aargauer Symphonie Orchester Konzertabend mit Werken von Paul Hindemith, Antonin Dvorak und Gustav Mahler

 

Aargauer Zeitung, Dienstag, 19. März 2013, von Rebekka Meyer

 

Aufführungen zu Todestagen, Geburtsjahren und sonstigen Ereignissen im Leben eines Komponisten sind nicht jedermanns Sache. Die einen freuen sich auch noch über die 100. Ring-Produktion im Wagner-Jahr, andere wiederum haben von solchen Jubiläen bald die Ohren voll. Bei Paul Hindemith allerdings könnte es kein Gedenkjahr zu viel geben, um seine viel zu selten gespielte Musik aufzuführen. Dieser Meinung ist wohl auch das Aargauer Symphonie Orchester, welches zum 50. Todestag des Komponisten in einem Konzertabend mit dem Titel «Heldentaten» die Sinfonie «Mathis der Maler» aufführt — ein schlicht hervorragendes Werk.

 

Hadern mit den leisen Tönen

Changierend zwischen transzendentem Flirren und schmerzvollen Ausbrüchen knüpft es an die gleichnamige Oper Hindemith’ an. Die Stärken der Interpretation des Aargauer Symphonieorchesters unter ihrem Chefdirigenten Douglas Bostock liegen in eben jenen dramatischen Stellen – den Aufschreien des gemarterten Heiligen Antonius im 3. Satz, dem breiten, feierlichen, grell blendenden «Alleluia» zu Ende dessen. Während Bostock solche dynamische Steigerungen fest im Griff hat, hadert er mit den leisen Tönen noch. In das himmlisch-reine Engelkonzert zu Beginn des Werkes geht er mit zu viel Wucht rein, das Wechselspiel zwischen Bläser- und Streichergruppe erfolgt zu abgehackt. Auch in diesem ersten Satz entfaltet sich der Klang erst richtig voll und schön, wenn die Instrumentierung breiter wird und die Fortissimi zunehmen. Die Lautstärke ist ohnehin ein Problem, nirgends allerdings stört sie so wie bei Gustav Mahlers «Lieder eines fahrenden Gesellen». Der Bassbariton Daniel Lichti hat seine liebe Mühe, seine Stimme in eine gute Balance zum Orchester zu setzen, gerade in den extremen Lagen der Höhe und Tiefe geht sie im vollen Orchesterklang unter. Schade, verfügt er doch über eine warme, kräftige Stimme mit guter Stütze und angenehm klarer Diktion. So gelingen denn besonders diejenigen Stellen, bei denen die Instrumentation von der Partitur her zurückgenommen wird, wie etwa zu Beginn von «Die zwei blauen Augen von meinem Schatz».
Abgesehen von diesem Schwachpunkt schaffen es das Orchester, Bostock und Lichti die jeweiligen Stimmungen der vier Lieder zu fassen und auch innerhalb eines Liedes mühelos mit ihr zu spielen – wie zum Beispiel im Bruch von der fröhlichübermütigen Beschreibung der Welt in die melancholische Einsicht des eigenen Unglücks in «Ging heut’ morgen über’s Feld».

 

Nur ein Satz aus der Sinfonie
Mahler war in diesem Heldenprogramm nicht nur mit Liedern, sondern auch mit dem «Adagietto» aus seiner 5. Sinfonie vertreten. Verständlich ist es ja, diesen wunderschönen, bloss mit Streichern und einer Harfe besetzten Satz aufführen zu wollen – besonders viel Sinn macht es indes nicht, einen einzelnen Satz aus dem Kontext einer Sinfonie, gerade einer von Mahler, herauszureissen. So entsteht denn auch der Eindruck eines «Konzert- Auffüllers». Nichtsdestotrotz ist die Interpretation hervorragend. Wie von einer anderen Sphäre kommend oszillieren die Töne der Streicher und Harfe in der Luft und lassen den Zuhörer tief ergriffen zurück. Von ganz anderer Couleur ist da Antonin Dvoráks sinfonische Dichtung «Ein Heldenlied». Mit viel Schwung werden die tänzerischen Stellen angepackt, der klare, knappe Klang lässt die Motive gestochen scharf hervortreten und betont den volkstümlichen Charakter. Die einzige Frage, die am Schluss dieses Abends bleibt, ist: Wann findet das Konzert zur Feier von Hindemith’ fünfzigundeinhalbstem Todestag statt?

 

«Heldentaten»
Nächste Konzerte:
Heute, 19.30 Uhr, Aarau. 20. März, 19.30 Uhr
Villmergen. 23. März, 19.30 Uhr, Baden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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