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Die Kür um den Sieg am Jahreskonzert

 

Vier Konurrenten warben in einem Wettbewerb um die Gunst des Publikums.

 

Zofinger Tagblatt, Dienstag, 6. November 2012, von Kurt Buchmüller

 

Die Idee von Evamaria und Jmanuel Schenk, Gründer der gleichnamigen Stiftung, hat Früchte getragen. Sie gibt dem hochbegabten Nachwuchs die Chance zu einem Auftritt mit Orchesterbegleitung und zu einer weiterführenden Karriere. Dies bestätigte Andreas Müller-Crepon, Moderator der Jahreskonzerte, im Stadtsaal. «Von denjenigen, die früher für das Jahreskonzert evaluiert worden sind, habe ich seither einige wieder in Konzertsälen und Opernbühnen angetroffen», stellte er fest.


Veränderungen im Stiftungsrat gab Präsident Raymond Oswald bekannt. Die schmerzlichste sei der Hinschied von Evamaria Schenk gewesen. «Wir wollen die Werte ihres Andenkens erhalten und in ihrem Sinn umsetzen», erklärte er. «Sie hat einige Aufgaben persönlich übernommen; es war auch ihr Wunsch, dass wieder das Aargauer Symphonie Orchester mitwirkt.» Aus dem Stiftungsrat zurückgetreten ist Hansueli Glarner, Leiter der Abteilung Kultur des Kantons Aargau. Als Standbeine der Stiftung nannte er die Stadt und die UBS Zofingen als Sponsoren, das «Zofinger Tagblatt» als Medienpartner und Andreas Müller-Crepon als kompetenter Konzertbegleiter. Neue Geschäftsführerin ist Dorothee Stich.

 

Erstrangige Auswahl bestätigt sich
Am Vorspielkonzert nahmen zehn von Schweizer Musikhochschulen an- gemeldete Nachwuchstalente teil. Vier davon erkor die Jury als Solisten am Jahreskonzert. Den Anfang machte Manuela Fuchs (1990) aus Schwarzenberg LU. Die musikalische Grundschule erhielt sie auf Blockflöte und Gambe. Der Grundausbildung als Bachelor of Arts in Musik schloss sich die Weiterbildung an den Musikhochschulen Zürich und Basel an. Dass die Trompete keine Männerdomäne ist, bewies sie mit dem Konzert in Es-Dur von Hummel, ein Paradestück für dieses Instrument. Das Orchester unter der Leitung von Marc Kissóczy gab den Auftakt zu einem akzentreichen Dialog mit der Solistin. Der zweite Satz bewegte sich in romantischen Gefühlswelten mit weichen Melodienbögen, der Schlusssatz glänzte mit virtuosen Läufen und langen Trillern.
Mari Tada (1984) erhielt den ersten Klavierunterricht im Alter von drei Jahren in Kobe (Japan). Ihr Studium absolvierte sie an der Tokyo University of Arts und an der Zürcher Hochschule der Künste. In Zofingen imponierte sie mit dem Klavierkonzert in a-Moll von Grieg, geschrieben im Alter von 25 Jahren. Das Konzert beginnt mit einem Paukencrescendo, in welches das Klavier herabstürzende, markante Akkorde einbringt. Die Kontraste setzen sich fort in sanften Passagen voller Ruhe und Beschaulichkeit und
schlagartigen Einsätzen des Klaviers.
Die Solistin erwies 
sich als Meisterin
 bei der musikalischen Darstellung
 gegensätzlicher Stimmungsbilder, kraftvoll und aufregend im Forte, feinfühlig in den ver- träumten Melodien des Adagios.

 

Erstmals Auftritt des Akkordeons
Dieses Instrument sei nicht für konzertante Musik geeignet, fand der Musiker Ole Schmidt und komponierte eine sinfonische Fantasie für Akkordeon und Orchester. Dem Orchester wies er neuartige, rhythmisch zerhackte Klangbilder zu und dem Akkordeon sphärische Partien. Die Solistin Christel Sautaux (1982) entdeckte das Akkordeonspiel schon im Kindergartenalter. 2005 erlangte sie an der Musikhochschule Fribourg das Lehrdiplom. Gegenwärtig bereitet sie sich an der Musikhochschule Lausanne auf das Diplom der «Master Interpretation» vor. Am Jahreskonzert schien sie es bereits zu haben.
Constantin Macherel (1991) schloss das Studium an der Musikhochschule Lausanne mit der Bestnote 6 ab und gewann den 1. Preis am Schweizer Jugendmusikwettbewerb. In Zofingen stellte er sich mit dem Cellokonzert a- Moll von Schumann vor. Der Komponist gehöre zu jenen Romantikern, die zwei Seelen in ihrer Brust hätten, erklärte Andreas Müller- Crepon einleitend, eine himmelhoch- jauchzende und eine zu Tode betrübte. Diesen tiefgründigen Zwiespalt brachte die eng verwobene Interpretation zwischen Orchester und Solist zum Ausdruck. Der zweite Satz erhielt die Gestalt eines innigen Liedes ohne Worte, der unmittelbar anschliessende dritte verlangte höchste Virtuosität. Zofinger Kantonsschüler erkannten die künstlerische Qualität dieses Vortrages und sprachen ihm den mit tausend Franken dotierten Publikumspreis zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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