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Menuhin machte einen Kopfstand

 

Alexander Sitkovektsy ist mit dem Aargau eng verbunden.

 

(Aargauer Zeitung, Tom Hellat, 29. Mai 2012)

 

«Nein», stöhnt Alexander Sitkovetsky, er sei «kein Wunderkind gewesen». Ihm gehe das Gerede davon ziemlich auf die Nerven. Stille. Zugegeben: Die Frage war nicht eben originell. Und etwas ungerecht. Denn dem russischen Geiger haftet nun wirklich nichts Dressiertes oder Altkluges an. Und doch, im Alter von bloss neun Jahren führte er unter der Leitung von Yehudi Menuhin Violinkonzerte von Bach oder Mendelssohn auf. Ganz untalentiert kann er nicht gewesen sein. «Ich war begabt. Nur, Sarah Chang spielte in dem Alter Paganini- Etüden, die sind viel schwieriger – das hätte ich nicht gekonnt.»

 

Hier wird die Messlatte sehr hoch gelegt von einem, dessen Kinderfingern der Umgang mit einem Streichinstrument so selbstverständlich war wie anderen Jungs das Gameboyspielen. Seine Mutter ist Geigerin, sein Vater Rockgitarrist, sein Onkel der berühmte Violinist und Dirigent Dmitri Sitkovetsky. Die Musik – sie wurde ihm in die Wiege gelegt. Und aus der Wiege sollte sie schnell hinaus in die weite Welt wachsen. Denn in Russland war das Beherrschen eines Instruments noch ein Ticket in eine andere, bessere Welt. Und dieses Ticket löste der junge Sitkovetsky für seine gesamte Familie. Nachdem Lord Menuhin den Knaben gehört hatte, lud er ihn und seine Mutter zu sich nach London ein, um an seiner Schule Musik zu studieren. So hat die Begegnung mit Menuhin Sitkovetskys Leben geprägt. «Ich wünschte, ich wäre damals ein wenig älter gewesen, um mir bewusst zu sein, was ich Menuhin verdanke und was für ein toller Mensch und Musiker er war. Jetzt erinnere ich mich vor allem daran, dass dieser alte Mann sich für Yoga interessierte und den Kopfstand probte.» Heute ist Sitkovetsky 28 Jahre alt, hat einen Manager an der Hand und mehrere CDs auf dem Markt. Er ist ein junger Mann – in London sozialisiert –, für den es ganz normal war, mehrere Stunden am Tag zu üben, mit neun Jahren an eine Musikschule zu wechseln, Wettbewerbe zu gewinnen und Konzerte zu spielen. Und so natürlich, wie er mit seiner Vergangenheit umgeht, so natürlich ist auch sein Spiel. Er hat die Gabe inspirierter Selbstvergessenheit und einen unverwechselbar dichten Ton, der von herb bis silbrig reicht.

 

Das dürfte auch zum Aargauer Symphonie-Orchester passen, mit dem er bis anhin noch nie gemeinsam konzertiert hat. Sitkovetsky freut sich auf das Konzert in der Schweiz: «Ich bin durch das Ensemble Chaarts und den Boswiler Sommer eng mit dem Aargau verbunden und komme immer gerne hierher.» In seinem Reisekoffer nimmt er Glasunows Violinkonzert in a-Moll mit – eine Herzensangelegenheit. Möchte er doch in dieser spätromantischen Musik über ihre technische Brillanz hinaus das vielleicht wichtigste vermitteln: Leidenschaft. Und dass man ihn als heutigen Interpreten ernst nimmt, nicht als Wunderkind von gestern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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