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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Beethoven streckt die Zunge raus.

 

(Aargauer Zeitung, Tom Hellat, 16. Januar 2012)

 

Wer Mitte des 20. Jahrhunderts noch tonal komponierte, galt als Reaktionär. Der Aargauer Peter Mieg (1906–1990) hat sich dem Atonalitätsdiktat jedoch nicht gebeugt und offeriert wahre Wunderwelten, die keineswegs anachronistisch klingen. Sein frühes Lied für Orchester und Tenor «Mit Nacht und Nacht» etwa ist ein intimes, über weite Strecken nach innen gewandtes, aber keineswegs undramatisches Werk. Und so klingt es auch mit dem Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) unter der Leitung von Douglas Bostock und dem Tenor Valentin Gloor mit dem Zyklus «Swiss – Classics». Mit geschmeidig-plastischer Tonsprache reagierten die Musiker am Samstag in der Trafo-Halle in Baden stark auf den Text (Gedichte: Cyrus Atabay). Da wogt das Meer tonleiterauf- und -ab und die Nacht zeigt ihre dunklen Gespenster in tief grummelnden Blech. Kurzum: ein packendes Stück Musik, das den Hörer durch seinen inneren Ideenreichtum ganz in seinen Bann zu ziehen vermag. Zumal wenn man mit Valentin Gloor einen Tenor hat, dem die Komposition am Herze liegt. Schwermütig beschlägt er seine Stimme – und diese klingt nicht umnachtet, im Gegenteil, sie strahlt von innen her.

 

Party mit Haydn

 

Etwas äusserlich dagegen dann der Anfang von Beethovens erster Sinfonie. Da streckt uns der Komponist kurz die Zunge raus; das Werk beginnt nämlich nicht in der Haupttonart, sondern auf einem dissonanten Septakkord. Zu Beethovens Zeit eine Provokation! In der etwas lau interpretieren Fassung des ASO wird das aber zum halbherzigen Insiderwitz. Gut, dass das Orchester bald ins schnellere Allegro con brio übergehen darf. Dort findet es eine schöne Balance: Beethoven weder als gehetzter Sprinter noch als bedeutungsschwerer Seelenquäler. Es herrscht vielmehr eine wirkungsvolle sich mitunter aufbäumende Intensität, die in ihren Bann schlägt.

 

Von ähnlichem Witz geprägt wie Beethovens Erste ist Haydns Sinfonie mit dem Paukenschlag. Die Überraschung kommt hier nicht am Anfang, sondern nach 16 Takten leise säuselnder Dreiklangsbehaglichkeit. Und hier gelingt es dem Orchester, die Provokation auch in den heutigen Konzertsaal zu transportieren. Vor allem Haydns rhythmischer Esprit liegt bei Bostock in besten Händen. Mit Freude setzt er Synkopen und Akzente, modelliert die plötzlichen Pausen zu Ausrufungszeichen, um dann katapultartig aufzufahren. Ein spritziger, witziger und auch zungenrausstreckender Haydn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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