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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

«Ich angelte früher lieber, als Klarinette zu üben»

 

Adrian Zinniker, Solo-Klarinettist im Aargauer Symphonie Orchester, spielt mit dem ASO Mozarts Klarinettenkonzert.

 

(Aargauer Zeitung, Christian Berzins, 7. November 2011)

 

Adrian Zinniker, fast jeder kennt Mozarts Klarinettenkonzert, jeder hat – spätestens seit dem Film «Out of Africa», wo der zweite Satz immer und immer wieder erklang – seine eigene Geschichte dazu. Wie lautet Ihre?

 

Adrian Zinniker: Als Primarschüler hätte ich gerne Cello gespielt. Zu den erklärten Lieblingsschallplatten meines Vaters gehörte aber neben den Klavierkonzerten Mozarts mit Clara Haskil auch eine Aufnahme des Klarinettenkonzertes mit Alfred Prinz als Solisten. So kam es, dass ich an einem Nikolaustag eine Klarinette geschenkt bekam. Damit begann also mein Werdegang.

 

Von einer geschenkten Klarinette bis zum Mozartkonzert ist es ein weiter Weg!

 

Die Fortsetzung geht so: Als Jugendlicher angelte ich in meiner Freizeit lieber, als dass ich auf der Klarinette übte. Kein Wunder, verpasste mir mein Klarinettenlehrer an der Bezirksschule Zofingen eine ungenügende Note. Das hatte mich sehr getroffen und verfehlte seine Wirkung nicht. Als die Abschlussprüfungen bevorstanden, bereitete ich den langsamen Satz des Mozartkonzertes vor. Nach diesem Vorspiel erhielt ich die Maximalnote im Fach Musik und erreichte den nötigen Notendurchschnitt, der mir den prüfungsfreien Übertritt in die Kantonsschule erlaubte. Dies ist für meine Geschichte nicht unwesentlich, da ich bereits eine Stelle als Orgelbauer hatte und einen anderen Weg gegangen wäre.

 

Ist es für den Solisten auf der Bühne ein Reiz oder eine Last, dass alle Welt dieses Konzert so gut kennt?

 

Beides. Aus persönlichen Reaktionen unseres Publikums im Vorfeld des Konzertes spüre ich, wie sich viele auf dieses Werk freuen. Das verursacht einerseits einen gewissen Druck. Andrerseits teile ich diese Freude und geniesse die Möglichkeit, dieses Werk spielen zu dürfen.

 

Kann ein Solist auf diesem Feld nicht nur verlieren? Im Ohr der Zuhörer spielen doch die Benny Goodmans, Sabine Meyers oder Sharon Kams!

 

Nehmen wir die Klöckers, Leisters, Brymers, der in «Out of Africa» spielt, den Prinz oder von den jungen Wilden den Fröst auch noch hinzu! Alle haben das Konzert auf unterschiedlichste Weise in Bezug auf Tempi, Artikulationen, Phrasierungen und Auszierungen eingespielt. Da versucht man, nach bestem Wissen und Gewissen die eigene Fassung mit Überzeugung zu präsentieren. Mozart zu spielen, bleibt immer eine Herausforderung. Nicht umsonst wird an jedem Probespiel für eine freie Klarinettenstelle von allen Orchestern dieses Konzert in der ersten Ausscheidungsrunde verlangt. Allerdings weiss der Probespieler nie, wie lange er spielen kann. Als Solist ist die Situation komfortabler: Man hat die Gewissheit, zu Ende spielen zu dürfen . . . und in diesem Sinne habe ich auch nichts zu verlieren.

 

Spielt ein Klarinettist mit den genannten CD-Grössen oder gegen sie?

 

Man spielt insofern mit ihnen, als man sich ihre Interpretationen anhört und bewusst oder unbewusst Impulse ihres Spiels aufnimmt.

 

Sie spielen das Konzert als Solist vor Ihren eigenen ASO-Kollegen. Ist das schwieriger als vor einem fremden Orchester?

 

Nein. Ich wage zu behaupten, dass wir Musikerinnen und Musiker des ASO ein überdurchschnittlich gutes Verhältnis untereinander haben in der schweizerischen Orchesterlandschaft. Da ist man getragen, wenn man als Solist aus den eigenen Reihen nach vorne darf. Zusätzlich hilft auch der Umstand, dass man sich mit den Stimmführern auch regelmässig in Kammermusikprojekten trifft.

 

Sie sind schon seit 1992 Soloklarinettist des ASO, haben also die Ära des Chefdirigenten Räto Tschupp wie jene 10 Jahre von Douglas Bostock miterlebt. Wie nahmen Sie den Übergang damals 2001 wahr?

 

Das war eine turbulente Zeit! Als junge Musiker, die als erste ein Probespiel absolvieren mussten, um ins ASO zu kommen, wünschten wir uns schon in der Ära Tschupp eine Professionalisierung des Orchesters. Als Douglas Bostock kam, mussten einige gehen, was bekannterweise nicht ohne Getöse vor sich ging. Dass es allmählich immer besser möglich wurde, grosse sinfonische Werke in konstanter Qualität aufzuführen, war für mich als Orchestermusiker für die Identifikation mit dem Klangkörper ASO sehr wichtig.

 

Wie erlebten Sie die Bostock-Jahre nach 2001 im Innern des Orchesters?

 

Nach dem Getöse des Beginns beruhigte sich vieles. Wir profitierten von der Fülle an gut ausgebildeten jungen Musikerinnen und Musikern, die sich für die frei werdenden Stellen im ASO bewarben. Die Proben unter Douglas Bostock waren immer intensiv und geprägt von seinem nie erlahmenden Arbeitswillen. Sein Anspruch an die Qualität des Orchesters ist stetig gestiegen und wir Musiker sind diesen Weg gerne mitgegangen.

 

Der 3. Zyklus wird von Junichi Hirokami dirigiert. Ist es für das ASO wichtig, dass es auch von Gastdirigenten geleitet wird?

 

Unbedingt! Ein Gastdirigent vermag einem Orchester immer andere, neue Impulse zu geben. Voraussetzung ist, dass er diesbezüglich etwas zu bieten hat. Für uns Musiker ist es immer eine spannende Erfahrung und willkommene Abwechslung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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