Erster Kontakt mit der Orchesterwelt
Rund 200 Jugendliche besuchten den Workshop des Aargauer Symphonie Orchesters.
(Aargauer Zeitung, Fabio Baranzini, 15. September 2011)
«Wir müssen aufpassen, dass uns das Publikum nicht wegstirbt», meint Adrian Zinniker vom Aargauer Symphonie- Orchester lachend. Aus diesem Grund versucht das Orchester seit rund 15 Jahren, mit seiner Musik auch Schülerinnen und Schüler anzusprechen. Zinniker besucht dafür mit vier weiteren Orchestermitgliedern rund zehn Schulklassen pro Jahr. «Wir stellen dort unsere Instrumente vor und erzählen aus dem Leben eines Berufsmusikers», erklärt Zinniker. Jeweils in der Woche nach dem Schulbesuch findet ein Workshop in Aarau statt, bei dem die Schülerinnen und Schüler einennoch besseren Einblick in die Welt der Orchestermusik erhalten sollen. «Der Besuch bei uns soll bei den Jugendlichen einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sie vielleicht sogar zum Musikmachen bewegen und die Vorurteile gegen die Orchestermusik aus der Welt schaffen», nennt Zinniker die Ziele des Workshops.
Streicher stehen hoch im Kurs
Rund 200 Kinder aus zehn Aargauer Schulklassen kamen zum diesjährigen Workshop im Aarauer Kulturund Kongresshaus. Während der ersten Hälfte des Morgens wurden sie in drei Gruppen aufgeteilt und statteten dabei den Blechbläsern, den Holzbläsern und den Streichern einen Besuch ab. Neben einigen kurzen musikalischen Kostproben erfuhren die Jugendlichen auch viel Neues über die Instrumente. Sie wissen jetzt, dass eine Harfe 47 Saiten hat, dass eine Tuba, wäre sie gestreckt, doppelt so lang ist wie ein Alphorn, oder dass man mit einer Posaune auch die Geräusche eines Formel-1-Boliden nachahmen kann.
Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von den Darbietungen, vor allem die Streicher überzeugten sie. «Sie haben mir am besten gefallen, weil sie nicht so laut sind und es trotzdem schön klingt», meinte eine Schülerin aus Seon.
Das Ziel ist erreicht
Nach einer Pause kamen die zehn Schulklassen dann in den Genuss eines 45-minütigen Konzerts des gesamten Aargauer Symphonie-Orchesters. Dirigent Douglas Bostock kommentierte jeweils das Gespielte und erklärte, worauf beim Zuhören geachtet werden soll. Speziell waren vor allem die Ausschnitte aus dem Stück des japanischen Komponisten Matsushita, das den Opfern der Naturkatastrophe vom 11. März dieses Jahres gewidmet wurde.
Nach jedem Stück applaudierten die sichtlich begeisterten Jugendlichen lautstark. «Vor dem heutigen Morgen wäre ich nicht an das Konzert eines Orchesters gegangen, aber jetzt kann ich mir das durchaus vorstellen», waren sich mehrere Schülerinnen und Schüler einig. Adrian Zinniker und seine Kollegen haben ihr Ziel also erreicht.