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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Der Pianist fordert auf zum Tanz

 

Das Aargauer Symphonie-Orchester harmoniert bestens mit Spitzenpianist Bernd Glemser

 

(Aargauer Zeitung, Christian Berzins, 10. Mai 2011)

 

Entweder das vierte oder das fünfte Konzert. Glückliche Ehen gehen in die Brüche, weil Partner A das lyrische, stille 4. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven über alles stellt, derweil Partner B meint, das virtuose, auftrumpfende 5. Klavierkonzert sei das Mass aller Dinge.

Bernd Glemser – diesem grandiosen deutschen Tastenvirtuosen, der Werke von Sergei Rachmaninow oder Franz Liszt meistert, als wären es Kinderstücke – würde man die Liebe zum Vierten beim ersten, oberflächlichen akustischen Kennenlernen nicht geben. Doch diese Liebe zeigt, wie falsch es ist, diesen Pianisten in die Schublade der Virtuosen zu stecken und ihn dort zu vergessen.

Das Virtuose ist durchaus eine Seite von Glemser – und er verleugnete sie bei seinem Konzert in Aarau keineswegs. Aber der Deutsche zeigte zudem, wie einfach es ist, Hörerwartungen zu hintergehen. Und das, notabene, mit dem fünften Klavierkonzert.

 

Keine falsche Bescheidenheit

 

Nur weil er sich bei der Kadenz zu Beginn nicht gleich die Finger verstauchte, müsste man noch längst keine Hymne auf seine Virtuosität schreiben. Aber wie er diese rollend aufsteigenden Töne ohne Hast, aber mit Klangsinn spielte, war erstaunlich. Alsbald, da liess er den Flügel durchaus auch mal donnern. Nur keine falsche Bescheidenheit, nur keine ungebührende Zurückhaltung!

Wie Bernd Glemser dann nämlich im «Adagio» zwar Feinheiten fand, aber die Fülligkeit des Flügels betonte, war nur die konsequente Fortsetzung dieses stringenten Beethoven-Klangdenkens. Es galt, hier nicht zu zeigen, wie toll einer einzelne sanfte Töne spielen kann, sondern hier war zu hören, wie dieser langsame Satz zu einem grossen Klangbild wird: eine Struktur aus Bögen und zusammenhängenden Phrasen.

Und manch einer, der nun bei den absteigenden Skalen an die sinkende Nachmittagssonne denkend in süssen Schlummer zu verfallen schien, wurde mit Glemsers den dritten Satz eröffnender Attacke unverhofft in die Beethoven-Gegenwart zurückgeholt. «Hört mal genau hin!», hiess es nun. Trotz der Zuspitzungen, trotz der Akzente, war es erstaunlich, wie locker Glemser blieb, wie er sein Spiel der tänzerischen Gelöstheit auch in der Zuspitzung zelebriert. Und vor allem war es spannend, wie er das Orchester nun herausforderte, mit ihm das «Rondo» zu tanzen.

 

Orchester mit Nachdruck

 

Das Aargauer Symphonie-Orchester hatte sichtlich Freude daran, Freude vor allem, das Fünfte zu spielen. Nicht eine Stelle, die nicht mit Nachdruck gespielt wurde, die nicht mit den benachbarten Registern oder mit dem Solisten korrespondierte. Schon zu Beginn des Konzertes in der Fidelio-Ouvertüre hatte man gezeigt, wie sehr einem dieser Beethoven mittlerweile liegt. Chefdirigent Douglas Bostock versteht es, Beethoven überaus lebendig zu präsentieren, die Steigerungen schon in den kurzen Anfangsfanfaren zuzuspitzen, alsbald die Bläser mit den Streichern prächtig harmonieren zu lassen.

Als ob man im Klavierkonzert-Rondo nicht in Gedanken das Tanzbein geschwungen hätte, erklangen nach der Pause noch die «Sinfonischen Tänze » op. 45 von Sergei Rachmaninow. Ein Werk, das zum Schluss vor allem mächtig laut wird. Im Ernst: Rachmaninow holte mit diesem bombastischen, riesig besetzten Werk 1940 – zum Schluss seiner Schaffenszeit – nochmals gehörig aus. Süsse und Kraftakt sollen hier eins werden. Doch, mit Verlaub, was bleibt nach dem Hören?

 

Orchester gelang Schlusssteigerung

 

Toll, immerhin, wie Bostock die Soli aus dem Orchester pflückte; eindrücklich, wie er das «Andante con moto» seine verdienten Runden ausschweifend ziehen liess; und bemerkenswert, wie dem Orchester die Schlusssteigerung gelang.

Draussen mag die Sonne die Körper prächtig gewärmt haben. Drinnen war viel von Nacht und Schatten zu hören – und viel Applaus. Kein Wunder: Trotz zusätzlicher Stuhlreihen war das Aarauer Kultur & Kongresshaus ausverkauft.

 

 

 

 

 

 

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