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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

«Alle müssen offen und kompromissbereit sein»

 

Mit Bernd Glemser kommt ein Pianist in den Aargau, der von der Fachwelt seit Jahren hochgelobt wird.

 

(Aargauer Zeitung, Christian Berzins, 5. Mai 2011)

 

Mit seinen bald 50 Jahren ist Bernd Glemser schon ein Alter Hase, aber trotz famosen Kritiken wird er immer wieder, ja immer noch als Geheimtipp gehandelt. Er spielte zwar mit weltberühmten Orchestern in den grössten Sälen, tritt aber auch immer wieder in kleineren Häusern auf. Egal: Wenn er diese Tage fünf Mal mit dem Aargauer Symphonie- Orchester (ASO) spielt, ist das ein Ereignis. Im Interview spricht er über Beethovens 5. Klavierkonzert, das er mit dem ASO spielen wird, sowie über seine Liebe zur Schweiz, sein Konzertleben und seine Plattenfirma.

 

Bernd Glemser, Sie spielen mit dem Aargauer Symphonie-Orchester Beethovens 5. Klavierkonzert, das viele Musikfreunde über alles lieben. Doch welches Konzert haben Sie, der Pianist, am liebsten?
Bernd Glemser: Ich finde alle fünf Konzerte grossartig und in ihrer Verschiedenartigkeit auch kaum vergleichbar. Nichtsdestoweniger muss ich zugeben, dass das G-Dur-Konzert mein Liebling ist.

 

Stellt das 5. Klavierkonzert an den Pianisten andere Herausforderungen als seine vier Vorgänger?
Das Es-Dur-Konzert ist technisch vielleicht das Schwierigste und vom Charakter her einfach grundverschieden von den vier Vorgängern, die sich aber, wie schon erwähnt, auch untereinander sehr unterscheiden. Das betrifft sowohl Charakter als auch die spieltechnischen und interpretatorischen Erfordernisse. Wir haben in der Nummer fünf diese glänzende, entschlossene Seite, die in den anderen Konzerten punktuell auftaucht, über längere Abschnitte hinweg. Es ist daher sehr wichtig, innerhalb dieser so affirmativen Teile zu differenzieren, klanglich, dynamisch und zum Teil auch rhythmisch beziehungsweise tempomässig. Und natürlich ist das Zentrum des Konzertes der 2. Satz, der mit seinem «dämmernden» Klaviereinsatz fast schon in Richtung Impressionismus weist.

 

Trägt es den Beinamen «Emperor» zu Recht oder ist das gar eine romantische Verfälschung, ja Irreführung?
Ich finde, dass der Titel einschränkend ist und – wie gesagt – über grössere Abschnitte hinweg durchaus verständlich anmutet, aber man täte diesem grossartigen Konzert Unrecht, wenn man die lyrischen, aber auch geradezu verspielten, humoristischen Aspekte nicht wahrnähme.

 

Das Zusammengehen mit dem Orchester ist im 5. Klavierkonzert anders als im 4., aber nicht minder wichtig: Sie spielen nun das erste Mal mit dem Aargauer Symphonie- Orchester beziehungsweise mit seinem Chefdirigenten Douglas Bostock. Ist es belastend, in der kurzen Probezeit mit immer anderen Orchestern einen Konsens zu finden?
Ich bin immer neugierig und freue mich darauf, neue oder auch gegensätzliche Meinungen zu hören und meine Sicht auf ein Werk immer neu zu überdenken und zu erweitern. Dazu sind diese ständig neuen «Partnerschaften» sehr nützlich und ebenfalls daher empfinde ich diese nicht als Last, sondern als Bereicherung. Voraussetzung ist natürlich, dass alle Beteiligten offen und kompromissbereit sind, was aber nach meiner Erfahrung selten zum Problem geworden ist.

 

Sie waren vor kurzem in Boswil, dann in Zug, kommen bald nach Meiringen, schliesslich nach Olten: Sie scheinen die Schweiz zu mögen! Warum die Präsenz?
Ich bin tatsächlich sehr gerne in der Schweiz. Dieses Jahr mache ich gar zweimal Urlaub in der Schweiz: Im Winter war ich zum Skifahren in Arosa und im Sommer locken mich und die Familie immer wieder lange Touren durch die Berge des Wallis.

 

In Ihrem Konzertkalender fehlen Musikmetropolen wie Wien oder Berlin. Warum?
Ich weiss es nicht, aber im letzten Herbst war ich fast zwei Monate in Sydney, Adelaide, Brisbane, dann am Klavierfestival Tallinn, dieses Jahr in der Royal Festival Hall in London und in vielen weiteren Städten. Weshalb ich in Berlin jetzt länger nicht mehr war – davor gab es auch mehrere Konzerte in der Philharmonie und Konzerthaus – und weshalb ich in Wien noch nicht gespielt habe, müssen Sie nicht mich fragen . . . Die Welt der Musik hat sich zum «Music- Business» gewandelt. Ich fühle mich wohler bei der Musik und verzichte auf den Prosecco.

 

Sie spielten bei Oehms vier CDs ein: Chopin, Bach und Schostakowitsch, Rachmaninow u. a. Vor allem die Gegenüberstellung der Präludien und Fugen von Bach und Schostakowitsch war ein Coup. Wie kam es dazu und folgt bald Ähnliches?
Ich bin vor einigen Jahren von Naxos zu Oehms gewechselt und fühle mich bei Oehms gut aufgehoben, konnte interessante Programme aufnehmen und bin als Künstler sehr respektiert und unterstützt. Zukünftige Projekte sind in Planung und könnten in Richtung Liszt und Mendelssohn gehen. Was danach kommt, kann ich jetzt noch nicht sagen.

 

 

 

 

 

 

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