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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

«Die Akustik im Bahnhofsaal ist wunderbar»

 

Das Aargauer Symphonie Orchester kommt nach Rheinfelden

 

Der Brite Douglas Bostock ist seit neun Jahren Chefdirigent des Aargauer Symphonie Orchesters (ASO). Im Januar spielt das Orchester ein «romantisches» Konzert im Bahnhofsaal Rheinfelden.

 

(Neue Fricktaler Zeitung, Erna Lang-Jónsdóttir, 30. Dezember 2010)

 

Das Aargauer Symphonie Orchester tritt zum zweiten Mal in Rheinfelden auf. «Romantische Idylle» heisst das Konzert, das am 20. Januar im Bahnhofsaal erklingt. Unter der Leitung von Douglas Bostock wird das Orchester Werke von Richard Wagner, Joseph Haydn und Robert Schumann zum Besten geben.

 

Ein vielseitiges Programm

 

«Es ist ein Programm, bei dem der Fachmann, der geübte Besucher aber auch der weniger gewandte Konzertbesucher eine grosse Freude finden wird», erklärt Douglas Bostock, Chefdirigent des ASO.

Seit neuen Jahren dirigiert der Brite das ASO. Da es sich beim ASO nicht um ein Vollzeit-Orchester mit festangestellten Musikern handelt, spielen alle Musiker noch woanders. Bostock selber gastiert international als Dirigent und Lehrer an Musikhochschulen und leitet zudem Meisterkurse in vielen Ländern. Zahlreiche Auftritte bei führenden Orchestern haben ihn unter anderem in die USA, nach Asien, Kanada und auch nach Mexiko geführt.

 

Gute Akustik

 

Auf das Konzert im Bahnhofsaal Rheinfelden freuen sich das Orchester und der Dirigent. «Der Bahnhofsaal in Rheinfelden hat eine wunderbare Akustik», so Bostock. Was den renommierten Dirigenten Douglas Bostock im Kanton Aargau hält, wie ein Dirigent sein Orches - ter zu Höchstleistungen motiviert und was er sich für die Zukunft des ASO wünscht – darüber sprach er mit der NFZ.

 

«Die Freude am Orchester hält mich im Kanton»

 

Interview mit Douglas Bostock, Chefdirigent des Aargauer Symphonie Orchesters

 

Douglas Bostock hat als Dirigent die halbe Welt bereist. Die Freude am Aargauer Symphonie Orchester und die gute Zusammenarbeit halten ihn im Kanton Aargau. Sein grösster Wunsch: festangestellte Musiker, vermehrt spielen und ein eigener Konzertsaal im Kanton.

 

NFZ: Herr Bostock, wie kamen Sie zum Aargauer Symphonie Orchester?

 

Douglas Bostock: Seinerzeit war ich Musikdirektor in Konstanz am Bodensee. 1989 lud mich das Aargauer Symphonie Orchester (ASO) in seiner damaligen Form als Gastdirigenten ein. Ein oder zwei Jahre später folgte eine weitere Einladung. Damals hatte das ASO über lange Zeit Reto Tschupp als Dirigenten. Als seine Zeit zu Ende ging, suchte das Orchester einen neuen Chefdirigenten. Einige Musiker erinnerten sich an mich und unsere Zusammenkunft vor einigen Jahren. Daraufhin wurde ich eingeladen, an einem Auswahlverfahren teilzunehmen, was mein Interesse weckte. 2001 wurde ich dann zum Chefdirigenten gewählt.

 

Sie haben weltweit einige führende Orchester dirigiert, seit neun Jahren nun das ASO. Was hält Sie im Kanton Aargau?

 

Als ich damals angefragt wurde, ob ich an einem Auswahlverfahren teilnehmen würde, war das für mich nicht zuletzt wegen der geographischen Nähe zu meinem Zuhause am Bodensee interessant. Zudem bot die Anfrage die Möglichkeit und die Herausforderung, etwas Neues zu beginnen und gleichzeitig etwas Bestehendes auszubauen. Als ich mit der Arbeit begann, dachte ich erst, dass die Zusammenarbeit vielleicht drei bis vier Jahre dauern würde. Die Arbeit mit dem Orchester machte von Anfang an grossen Spass und bereitete mir sehr grosse Freude. Wir sind sehr gut zusammengewachsen. Es gibt weiterhin noch einiges zu tun und einiges, das wir gemeinsam erreichen können. Das ASO ist ein wunderbares Orchester geworden. Wir haben eine fantastische Atmosphäre beim Zusammenarbeiten. Zudem erfreuen wir uns über ein tolles Publikum. Kurz gesagt: Mich halten die Arbeit und die Freude an der Arbeit mit dem Orchester im Kanton.

 

Welches war die neue Herausforderung als Chefdirigent des ASO?

 

Das ASO ist in seiner Form kein gewöhnliches Orchester im Vergleich zum Symphonieorchester in Bern oder Zürich. Diese Orchester sind mit festangestellten Musikern besetzt. Unser Orchester ist in der Besetzung zwar fest und die Probespiele zur Aufnahme ins Orchester sind streng, allerdings bietet das ASO kein Vollzeitpensum, obwohl es ein Berufsorchester ist. Die Musiker des ASO, ausschliesslich Profis, spielen alle noch woanders. Gewissermassen ist dies eine musikalische Nische, die interessant ist und reizt. Die Musiker kommen frisch und unvoreingenommenen zum Orchester, verfügen jedoch über grosse Kenntnisse. Wir haben die Möglichkeit, im Kanton Aargau auch Repertoire-Nischen zu spielen, was unsere Programme besonders auszeichnen. Das ASO ist bestrebt, Konzerte auf kleineren Bühnen in den Regionen zu geben. Sind kleinere Bühnen eine grössere Herausforderung?

Teilweise sind diese Bühnen eine logistische Herausforderung, weil sie zu klein für die Besetzung sind. Das heisst, dass darauf geachtet werden muss, wo welches Programm gespielt wird. Nicht jedes Programm geht auf jede Bühne. Wir sind darum bemüht, das Passende in den Saal zu bringen. Nebst Konzerten in den Regionen ist es für das ASO sehr wichtig, vermehrt ausserhalb des Kantons zu spielen sowie im Ausland. Dadurch kann der Name des Orchesters und des Kantons nach aussen getragen werden – sozusagen als kultureller Botschafter des Aargaus.

 

Letztes Jahr spielte das ASO zum ersten Mal im Bahnhofsaal in Rheinfelden. Waren Sie zufrieden mit der Akustik?

 

Die Akustik ist hervorragend, sicherlich einer der besseren der mittelgrossen Sälen im Kanton. Ausserhalb des Kantons würde man aber eher von einem kleinen Saal sprechen. Vermutlich würde jedoch niemand bestreiten, dass der Saal, was die Infrastruktur betrifft, absolut renovierungsbedürftig ist. Der Raum, diese Schale sozusagen, ist wunderbar sowie sehr interessant und verfügt über eine tolle Akustik, an der nichts gemacht werden muss. Um den Saal zu modernisieren und die Infrastruktur aufzubessern, wäre eine komplette Renovation jedoch sehr zu begrüssen. Ich bin davon überzeugt, dass dadurch auch andere Orchester oder Kultur-Veranstalter nach Rheinfelden kommen würden.

 

Am 20. Januar spielt das ASO das Konzert «Romantische Idylle» im Bahnhofsaal Rheinfelden mit Werken von Richard Wagner, Joseph Haydn und Robert Schumann. Was darf der Besucher erwarten?

 

Es ist ein Programm, bei dem der Fachmann, der geübte Besucher, aber auch der weniger gewandte Konzertbesucher eine grosse Freude finden wird. Wagners «Siegfried Idyll» ist eines der Klassik-Top-Ten-Werke. Es ist eine relativ kurze Kompostion, die Wagner für seine Frau, beziehungsweise für die Taufe seines Kindes, geschrieben hat, und zwar in der Schweiz, am Vierwaldstättersee. Es ist einfach ein Zukkerstückchen der Romantischen Idylle, daher kommt der Name des ganzen Programms. Am anderen Ende, etwas früher in der Deutschen Romantik, dann Schumanns 2. Symphonie – ein sehr bekanntes Werk und ein Meilenstein in der Symphonik. Es ist eine tolle, gross angelegte Symphonie, die jeden mitreisst. Dazwischen spielen wir etwas aus der Klassik, sozusagen als Pendant, aus einer Zeit vor Schumann: Haydns Sinfonia Concertante, B-Dur. Die Besonderheit dabei ist, dass vier orchestereigene Solisten gleichzeitig auftreten. Es ist mit den vier Soloinstrumenten Oboe, Fagott, Violine und Cello besetzt. Zum ersten Mal kommen diese Solospieler als Quartett zusammen auf die Bühne, um dieses hervorragende und eingängige Werk zu spielen.

 

Wie lange wird für ein solches Konzert geprobt?

 

Für alle unseren normalen Abonnement-Konzerte proben wir vier Mal verteilt auf zwei Tage. An diesen Tagen proben wir je zwei Mal à drei Stunden. Hinzu kommt die Generalprobe vor Ort am Konzerttag. Weil das Konzert in Rheinfelden nicht das erste Konzert der Serie ist, wird es im Bahnhofsaal keine Generalprobe geben, sondern eine Anspielprobe, damit sich das Orches ter auf der Bühne und mit der Akustik zurecht findet.

 

Wie motivieren Sie das Orchester zu Höchstleistungen?

 

Das ist die gleiche Arbeit für jeden Dirigenten: Hohe, jedoch erreichbare, Ziele stecken. Durch die Hingabe zur Musik kann man die Musiker auf eine musikalische Reise mitnehmen. Auch wenn es professionelle Musiker sind, die vor mir sitzen, muss man sie trotzdem für das Programm begeistern können. Das erreicht man, indem man tief in die Musik hinein geht, um die verschiedenen Farben und Stimmungen der Musik zu finden, zu treffen und auszuarbeiten. Dabei wird das Niveau möglichst hoch gehalten – damit motiviert man jedes Orchester.

 

Welches ist die grösste Herausforderung beim Dirigieren?

 

Es gibt sehr viele Herausforderungen. Ein Dirigent muss immer gleichzeitig leiten, das heisst führen, aber auf der anderen Seite Zuhörer und Partner sein. Der Dirigent ist somit eine Kombination von Chef und Zuhörer, der gleichzeitig spielen lassen sollte. Dieser Akt der Balance ist sehr wichtig, um die Musiker zu motivieren und mitzureissen. Bei jedem Konzert, auch wenn man das Programm vier, fünf oder sechs Mal spielt, sollte der Dirigent immer die Freude am Musizieren wecken und einen Ansporn dazu geben, jedes Konzert als neues Abenteuer zu empfinden. Das sind einige der Merkmale, wenn es um das Konzertieren geht. Natürlich gibt es noch mehr Herausforderungen in anderen Sparten des Dirigierens.

 

Wie sieht der Tagesablauf eines Dirigenten aus?

 

Es gibt keinen bestimmten. Jeder Tag ist anders. Kürzlich war ich über zwei Wochen in Japan. Heute ist ein Tag mit etwas Musik-Entlastung. Dafür habe ich viele E-Mails im Posteingang, nehme Telefonate entgegen, mache Programm-Vorbereitungen für das nächste Jahr sowie Vorbereitungen für eine Oper, die in eineinhalb Jahren über die Bühne geht. Der Tagesablauf ist abhängig von der Arbeit, in der ich gerade stecke – ausübend oder vorbereitend.

 

Haben Sie einen Lieblings-Komponisten?

 

Diese Frage wird einem Dirigenten oft gestellt. Nein, ich habe keinen Lieblings-Komponisten. Die beste Antwort auf diese Frage und gleichzeitig die trefflichste: Mein Lieblingskomponist ist der, den ich gerade dirigiere oder studiere.

Gibt es internationale Konzertsäle, die Sie ganz besonders berührt haben?

Es gibt einige. Wenn man zum ersten Mal in einem grossen, renommierten Konzertsaal dirigiert, in dem bereits grossartige Aufführungen über die Bühne gingen – zum Beispiel im Musikvereinssaal in Wien, im Suntory Hall in Tokio oder hierzulande in der Tonhalle Zürich – dann besteht eine gewisse Ehrfurcht.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des ASO?

 

Eine tatkräftige, weiterhin grosse, Unterstützung der Regierung des Kantons Aargau. Es wäre auch wünschenswert, dass das Orchester in absehbarer Zukunft eine Konsolidierung erreicht, sodass wir Festanstellungen vornehmen können und das Orchester zunehmend aus festbezahlten Musikern besteht. Ein weiterer Wunsch ist das vermehrte spielen sowie ein noch breiteres Publikum, sodass wir in der Tat in absehbarer Zukunft ein grosses Ziel erreichen können – nämlich einen Konzertsaal, eine Philharmonie, für den Kanton Aargau!

 

 

 

 

 

 

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