Weil uns das Leben rote Wangen schuldig ist
Vernissage der Neujahrsblätter bietet Einblick in vielfältige Essays
(Aargauer Zeitung, Florian Müller, 06. November 2010)
Wollten Sie schon immer mehr wissen über die Familie Meyer – immerhin die ehemals reichsten Aarauer? Möchten Sie erfahren, was alles bei der «Kanalputzete» 2009 aus der Aare gefischt wurde? Und möchten Sie wissen, wieso uns das Leben rote Wangen schuldig ist? Die Essays in den Aarauer Neujahrsblättern 2011 sind so vielfältig wie die Themen, die Aarau bewegten und noch immer bewegen.
Geweckte Leselust im KUK
Die Ortsbürgergemeinde Aarau präsentierte am Donnerstagabend die Neujahrsblätter 2011 an der Buchvernissage im Kultur- und Kongresshaus. Thomas Röthlin und Verena Nägele von der Redaktionskommission lasen Auszüge aus verschiedenen Texten vor und machten damit das Publikum «gluschtig».
In ihrem Essay beleuchtet die Autorin Nägele die Geschichte des Aargauer Symphonie-Orchesters – «vom Politikum bis zum Leuchtturm», wie der Titel verrät. Die Musiker des Orchesters umrahmten den Abend mit mehreren Stücken, als möchten sie ihre in den Neujahrsblättern stehende Geschichte selbst illustrieren.
«Die Entwicklung des Aargauer Symphonie-Orchesters (ASO) ist eng mit der städtischen Entwicklung verbunden», erklärt Nägele. Nach den schwierigen 80er-Jahren erhielt das Orchester erst mit dem KUK-Bau von 1996 eine geografisch und ideell «richtige» Heimat.
Rote Wangen geschuldet
Thomas Röthlin, Präsident der Redaktionskommission der Neujahrsblätter und az-Redaktor las aus dem Artikel zu Meyers Familiengeschichte (siehe Text rechts), aus dem Essay zur «Bachputzete» 2009 sowie aus dem literarischen Beitrag der 20-jährigen Autorin Gabriela Ammann vor. «Weil uns das Leben rote Wangen schuldig ist» ist die gelungene Erzählung einer sich anbahnenden Liebesgeschichte, wie Röthlin erklärt. «Der Text ist wehmütig, aber nicht kitschig.» Die Neujahrsblätter 2011 sind ab sofort im Buchhandel erhältlich.