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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

«Ziel ist ein Aargauer Konzertsaal»


Jürg Schärer, Präsident des Aargauer Symphonie-Orchester (ASO), fordert einen Tag vor der Generalversammlung vom Kanton viel mehr Geld fürs ASO. Zudem unterstützt er die Idee eines Aargauer Konzertsaals.

 

(Aargauer Zeitung / MLZ, Christian Berzins, 08. September 2010)


Jürg Schärer, Ihr Orchester bläst am Sonntag zum Aufbruch: Ist das ASO allgemein im Aufbruch?
Jürg Schärer: Jein. Wir haben im Juni die Eingabe an die Kulturkommission gemacht, da die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton in einem Jahr ausläuft. Dabei haben wir mehr Mittel eingegeben, als wir heute haben, denn wir sind der Auffassung – und das ist das Ja auf Ihre Frage –, dass das Orchester, das einen stetigen Aufschwung genommen hat, zusätzliche Mittel braucht, um seine künstlerische Entwicklung fortführen zu können. Nun gilt es, die Verankerung im Aargau auszubauen, aber auch die Wahrnehmung in der Schweiz zu verstärken. Das ist ja auch eine Zielsetzung der so genannten Leuchttürme gemäss Kulturgesetz. Aber die Trägerschaft ist in ihrer heutigen personellen Besetzung und Struktur nicht in der Lage, den Aufbruch mit der wünschbaren Intensität aktiv zu betreiben. Somit auch ein Nein. Das Orchester braucht einen Intendanten, der aktiv am Musikmarkt eingreift.
Der Aufbruch ist eine Geldfrage?
Schärer: Ja. Wir wollen ja nicht, dass das ASO ein Reiseorchester wird. Aber das ASO soll zugunsten des Kantons und der Musiker ausserkantonal Schwerpunkte setzen. Und wir wollen – wie beispielsweise mit dem Meisterkurs Dirigieren – Ereignisse schaffen, die auch Menschen von aussen anlocken und den Aargau und das ASO ins Zentrum rücken.
Steht man heute dort, wo man vor fünf Jahren hinwollte?
Schärer: Musikalisch, ja. In der Infrastruktur hingegen zeigen sich immer mehr Lücken. Aber wir sind nicht bereit, beim musikalischen Teil abzuspecken. Jetzt sind wir wieder beim Geld... Meine Grussadresse bei der morgigen Generalversammlung wird deshalb mit «Ein Fussballklub müsste man sein» betitelt sein. Unheimlich, welche Gelder in den Sport fliessen.
Aber im Aargau gibt es doch auch viele reiche Kulturfreunde!
Schärer: Durchaus. Aber ich glaube, man will nicht aus der Anonymität raus. Es geht mir gar nicht nur um die grossen Beträge: Uns fehlen zehn KMUs, die uns drei Jahre lang jeweils 5000 Franken geben.
Das ASO lebt mit einer Leistungsvereinbarung mit dem Kanton. Erfüllt man sie?
Schärer: Ohne Zweifel. Die Auslastung wurde gesteigert und gehalten – ausser in Baden, dort ist die Akzeptanz zwar steigend, aber in unseren Augen ungenügend. Dennoch steht Baden nicht zur Diskussion. Wir spielen dort jeden Zyklus. Und auch wo die Leistungsvereinbarung künstlerische Bereiche betrifft, etwa die Zusammenarbeit mit Aargauer Chören, erfüllen wir sie mit Begeisterung. Wir fühlen uns nicht im Korsett dieser Vereinbarung.
Die Leistungsvereinbarung ist erfüllt, folglich fordern Sie mehr Geld als die aktuellen 1,18 Millionen. 10, 20 Prozent mehr?
Schärer: Nein, wir beantragen im Sinne einer mittelfristigen Zielsetzung wesentlich höhere Mittel, sonst können wir den Aufbruch nicht bewerkstelligen. Wir verstehen das Kulturgesetz so, dass der Kanton Leuchttürme fördern will. Das braucht Mut. Ein Detail: Wollen wir vor den Gesamtproben in Zukunft Registerproben durchführen, was nur normal wäre, dann kostet uns das pro Zyklus 16000 Franken. Mal fünf sind es 80 000 Franken.
Douglas Bostock ist seit Herbst 2001 Chefdirigent. Er hat viel erreicht, aber viel länger als 10 Jahre bleiben nur wenige Dirigenten ihren Orchestern verbunden. Haben Sie schon einmal über die Bostock-Zeit hinausgeschaut?
Schärer: Douglas Bostock hat damals, kaum begonnen, in einem Interview mit Ihnen völlig unaargauisch durchgegeben, was er hier alles erreichen will. Er wurde zwar auf den Boden der aargauischen Realität zurückgeholt, aber erst seine Kompromisslosigkeit in der Verfolgung seiner musikalischen Ziele sorgte für die entscheidenden Veränderungen im Orchester. Wir haben darüber gesprochen, wohin wir einst gehen wollen. Doch ich betone, dass weder auf seiner noch auf unserer Seite die Absicht besteht, unsere erfolgreiche Zusammenarbeit zu beenden.
Bostock hat grosse Pläne, ja Wünsche: Er will, dass die Oper in Hallwyl alle zwei Jahre gespielt wird, und er möchte einen Konzertsaal für den Aargau. Sie sind Mitglied einer Arbeitsgruppe dieses Saales.
Schärer: Ich stimme der Bestandesaufnahme unseres Chefdirigenten und seiner Zielsetzung zu, denn der Aargau hat nun mal keinen adäquaten Konzertsaal. Aber das Projekt darf nicht an Aarau hängen, das ist eine aargauische Sache. Der Aarauer Stadtammann äusserte sich uns gegenüber und auch gegenüber der Regierung durchaus positiv, aber der Regierungsrat war – aus finanziellen wie auch aus regionalpolitischen Gründen – schon viel skeptischer.
Der Saal müsste aargauisch sein, aber in Aarau stehen.
Schärer: Ja, aber nicht zwingend. Zwar täte es dem Kanton auch aus Sicht seiner Stellung in der Schweiz gut, Schwerpunkte zu schaffen und Institutionen, Schulen oder Spitäler nicht über den ganzen Kanton zu verteilen. Ich wünschte mir deshalb, der aargauische Konzertsaal würde in Aarau stehen, aber auch Lenzburg oder Baden wären mögliche Standorte. Das wesentliche Ziel ist die Realisierung eines aargauischen Konzertsaals.
Ein neuer Saal wäre ein tolles Signal hinaus in die Schweiz!
Schärer: Das sehe ich auch so. Im Aargau wohnen 603000 Menschen, wir sind der drittstärkste Wirtschaftskanton der Schweiz. Dieser Kanton muss sich zugunsten seiner Einwohner kulturell etwas leisten – dazu gehört auch die Infrastruktur. Der Saal muss nicht 1200 Plätze haben, 700 genügen. Und modular muss er sein.
Letzten Sonntag waren Sie in Luzern im KKL, nächsten Sonntag hören Sie das ASO. Was geht Ihnen da durch den Kopf?
Schärer: Die Luzerner Gastorchester und das ASO sind aufgrund ihrer Rahmenbedingungen nicht vergleichbar. Aber unser Wille zur Annäherung, das Streben nach ständig steigender Qualität, ist ein legitimes Ziel. Wir fühlen uns verpflichtet, mit den uns zur Verfügung gestellten öffentlichen und privaten Mitteln den berechtigten Erwartungen an einen kulturellen Leuchtturm gerecht zu werden und sinfonische Musik in höchster Qualität zu spielen.

 

 

 

 

 

 

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