HOME | PRESSE | SPONSORING | STELLEN | KONTAKT | ASO INTERN 
Home
Home
Pressespiegel 2012/2013
Archiv Pressespiegel
Archiv Presse 2011/2012
Archiv Presse 2010/2011
Archiv Presse 2009/2010
14.06.2010
10.06.2010
11.05.2010
06.05.2010
06.05.2010
05.05.2010
23.03.2010
21.03.2010
13.03.2010
09.03.2010
04.03.2010
26.01.2010
19.01.2010
13.01.2010
04.01.2010
30.12.2009
19.12.2009
10.11.2009
05.11.2009
15.09.2009
10.09.2009
07.09.2009
29.07.2009 NZZ
26.07.2009
Archiv Presse 2008/2009
Archiv Presse 2007/2008
Archiv Presse 2006/2007
Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Fasten your seatbelt, hier kommt Bostock

 

American Journey mit dem Aargauer Symphonie-Orchester in Baden und Aarau

 

(Mittelland Zeitung, Tom Hellat, 14. Juni 2010)

 

Die Konzerte des Aargauer Symphonie-Orchesters sind wie Schlaglichter. Jeder Abend unter einem Motto und damit in einem Vergleichskontext. Das erschliesst dem Hörer neue Horizonte, da jedes Werk sein Licht aufs andere wirft.

Beim letzten Abo-Konzert der Saison 2009/2010 war es das Licht der amerikanischen Sonne. Die von Chefdirigent Douglas Bostock zusammengestellte American Journey beweist selbst mit unbekannteren Stücken, wie viel Kraft und Saft in dem musikalisch-amerikanischen Fundus liegt: Die USA als Land der unbegrenzten Möglichkeiten, auch in der Musik. Wie da Traditionelles und Avanciertes aufeinander zurasen; wie Folksongs aus Neuengland ins orchestrale Planschbecken geworfen werden - das scheut in der erfrischend unbeschwerten Wirkung keinen Vergleich.

 

Man höre nur schon Leonard Bernsteins Candide-Ouvertüre: ein undogmatischer Brückenschlag zwischen ernster und Unterhaltung-Musik, die dem britischen Dirigenten Bostock zu liegen scheint. Hier ists, als habe der Komponist Bernstein dem Dirigenten Bostock seine fetzige Klangsprache geradezu in die explosive Gestick hineingeschrieben. In der Summe ist das eine exzentrische wie akkurate Klangpalette, ebenso naiv wie raffiniert. Amerikanisch eben. Und auch in Gershwins Rhapsody in Blue ist das Lebensgefühl der modernen USA eingeschmolzen. Es stellt sich jeweils die Gretchenfrage: Soll das Stück wie jazziger Liszt oder wie ein klassischer Oscar Peterson klingen? Der Pianist Bernd Lhotzky macht keines von beidem. Er wählt einen leichten und transparenten Klang und lässt das Stück einfach das sein, was es ist: ein Meltingpot verschiedenster Stile.

 

Und zur Neuen Welt gehört auch ein Stück wie Ives Variations on America. Da wird die amerikanische Nationalhymne zugleich in schönstem Schmelz gefeiert, aber auch als hohler Pathos persifliert. Bostock schält die Reibungen, die extremen Dissonanzen der Ives'schen Partitur reizvoll heraus, er fährt mit der Lust am Risiko auf Kollisionskurs. Beinahe. Tritt im letzten Augenblick auf die Bremse, reisst das Steuer rum ins Reich des sanft schmeichelden Schönklangs. Wenn auch manchmal mit einem gar zu Showbiz-haften Humor garniert. Fasten your seatbelt, hier kommt Bostocks musikalisch-süffiger Roadmovie! 

 

 

 

 

 

 

Sitemap anzeigenStichwortsuche