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Fein ziselierter Klangzauber

 

Der Pianist Sergey Koudriakov und das Aargauer Symphonie Orchester unter der Leitung von Douglas Bostock überzeugten in Aarau.

 

(Mittellandzeitung, Tom Hellat, 09. März 2010)

 

Jede Faser des Pianisten schien zu sagen: Hey, das ist doch gar nicht so schwer. Und das bei Franz Liszts 1. Klavierkonzert – einem virtuosen Schlachtross schlechthin. Schon in den ersten Takten müssen die Hände des Pianisten in rasanten Doppeloktavsprüngen über die Tasten fliegen, ohne an Wucht zu verlieren. Das schafft kaum jemand perfekt. Doch schon in dieser Passage war klar: Für den jungen russischen Virtuosen Sergey Koudriakov ist das alles eine Kleinigkeit. Die haarsträubenden technischen Anforderungen bewältigte er mit geradezu relaxter Brillanz.

ABER UNTERLIEF der junge russische Pianist mit diesem unverschwitzten Parlando nicht die Erwartung des Publikums, dass der Künstler auf der Bühne gefälligst auch ein bisschen zu leiden habe? Und dass Liszts Virtuosität auch ein Kampf ist gegen die engen Grenzen des Klaviers, die überwunden werden sollen? Keineswegs, denn die Leichtigkeit im Pianistischen ermöglichte es Koudriakov, das Augenmerk auf die poetischen Seiten des Konzerts zu legen. Wunderbar wie er da die Kantilenen singen liess. Wunderbar auch, wie er den harmonischen Reichtum der lyrischen Passagen belebte. Mit sanften Windstössen hat er alle Fenster und Türen des Klavierkonzerts aufgerissen und selbst die verlassensten Nischen der Lisztschen Poetik ausgeleuchtet.

Das war ein glasklarer Liszt. Und wenn dem Pianisten die virtuosen Passagen fast zu leicht von der Hand fielen, dann war die Leichtigkeit im musikalischen Verständnis doch herausragend. Und dass der auftrumpfende Lärm offenkundig nicht seine Sache ist, macht sein kluges Musizieren umso sympathischer. Gerade weil er nicht den Tastenlöwen herauskehrte, sondern an der Klanglichkeit des Konzerts arbeitete.

WAR DAS AARGAUER Symphonie Orchester unter der Leitung des Chefdirigenten Douglas Bostock im Liszt-Konzert noch umsichtiger Begleiter und gleichberechtigter Partner, stand es danach auf eigenen Füssen. Und auch an diesen hingen keine Bleiklötze. Leicht und gewandt war der Orchesterklang. Und das ausgerechnet bei Rachmaninow und seinem Orchesterpoem «Der Fels».

Vom russischen Klangdichter erwartet man ja eigentlich, dass viel Staub aufgewirbelt wird. Umso überraschender, dass hier nicht das Überschäumende, sondern das Zarte und Empfindsame ins Zentrum rückte. In der Komposition geht es um ein Wölkchen, das an der Brust eines riesigen Felsen hängt, aber wieder davonzieht. Zurück bleiben die Tränen des einsamen Felsens. Das Orchester verstand es, das symphonische Poem hinzuhauchen – schwerelos wie eine Wolke, aber scharf konturiert wie ein Fels.

Und auch bei Sibelius’ «Der Schwan von Tuonela» blieb das Ensemble feinsinnig. Wunderbar wusste es mit elegischem Klangteppich den fatalistischen Charakter der Szene einzufangen. Jede Überspanntheit und übertriebene Dynamik war dem Aargauer Symphonie Orchester fremd. So strahlten sie eine wunderbare fast archaische zeitferne Ruhe aus. Das war fein gearbeiteter, delikater Klangzauber. Und er hielt auch an in Griegs selten gespielten «Symphonischen Tänzen».

SO WAR FOLGENDE Begebenheit beinahe symptomatisch: Nach der Pause, als dasganze Orchester schon Platzgenommen hatte, eilte nochein zu spät gekommener Oboistauf die Bühne. Kurz dachteneinige, es sei der Dirigentund begannen zu klatschen.So erhielt für einmal das Orchester – wenn auch nichtganz absichtlich – einen Extra-Applaus. Redlich verdient! Doch: nicht nur das Orchesterwar an diesem Abend hervorragendaufgestellt, auch derDirigent Douglas Bostocküberzeugte vollends.

 

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