Konzert der Superlative
Symphonieorchester verzaubert Bahnhofsaal
Das Aargauer Symphonieorchester begeisterte die Konzertbesucher in Rheinfelden.
(Neue Fricktaler Zeitung, WH, 26. Januar 2010)
RHEINELDEN. Er ist zwar etwas in die Jahre gekommen, der Rheinfelder Bahnhofsaal. Die Einrichtung, die Bühne und die Nebenräume warten im Dornröschenschlaf auf den Prinzen, der ihm neues Leben einhaucht. Am vergangenen Freitagabend jedoch zeigte er sich von seiner besten Seite. Beethovens Symphonie Nr. 6, die berühmte «Pastorale», begeisterte das zahlreiche Publikum. Verantwortlich dafür waren die motivierten Musiker des Aargauer Symphonieorchesters (ASO) unter der Leitung von Douglas Bostock.
Farbige Bilder
Das ASO brillierte mit einer fulminanten Interpretation der «Pastorale», welche den Zuhörern imposante farbige Bilder der Natur und Tierwelt Beethovens vermittelte. Der Bahnhofsaal stand musikalisch in nichts zurück und überraschte mit einer ausgezeichneten Akustik. Dass bei einzelnen Pianissimo-Passagen das dumpfe Geräusch vorbeifahrender Güterzüge hörbar war, tat dem Genuss keinen Abbruch. Im Gegenteil, im vierten Satz, bei der Gewitterszene, unterstrich das Grollen des Zuges sogar das herannahende Donnern bei Beethovens Symphonie. Chefdirigent, Musiker, die Zuhörer und auchder Präsident des ASO, Jürg Schärer, waren begeistert. Begonnen hatte das ASO sein Konzert mit einer weniger bekannten Ouvertüre von Theodor Fröhlich. Danach stand Konzertmeister Ulrich Poschner mit seinem Violinensolo beim Konzert von Sergej Prokofiew im Zentrum. Beeindruckend, wie er die Instruktionen des Komponisten gekonnt umsetzte.
Rheinfelden soll inskünftig regelmässig in den Konzertplan aufgenommen werden. Wer dieses Jahr nicht dabei sein konnte und das ASO nicht nur ennet dem Jura, sondern im Fricktal geniessen möchte, darf sich bereits auf den Januar 2011 freuen. (WH)
<<zurück