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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

«Beethoven schenkt einem wenig»

 

Ulrich Poschner ist Konzertmeister des Aargauer Symphonie-Orchesters (ASO). Beim kommenden 3. Zyklus steht er als Solist vor seinen Kollegen.

 

(Mittelland Zeitung, Christian Berzins, 13. Januar 2010)

 

Ulrich Poschner, Sie sind Konzertmeister des ASO, treten ab Samstag fünfmal als Solist vor Ihr Orchester. Was ist das für ein Gefühl?

 

Ulrich Poschner: Ein grossartiges! Ich fühle mich pudelwohl im ASO, wir haben eine tolle Gemeinschaft. Es wir grossen Spass machen, zusammen zu musizieren!

 

Wird man in einem solchen Fall vom Orchester mehr getragen, da hinten die Freunde sitzen – oder behindert ein Konkurrenzdenken einen solchen Gang?

 

Poschner: In unserem Fall ist es Ersteres. Im ASO habe ich noch nie Eifersüchteleien erlebt. Ganz im Gegenteil! Der Zusammenhalt im ASO ist sehr stark. Für ein Profiorchester ist das ganz und gar nicht selbstverständlich.

 

Sie spielen ein eher selten gehörtes Werk: das 1. Violinkonzert von Sergei Prokofjew. Warum gerade dieses Stück?

 

Poschner: Weil es mich vom ersten Moment an fasziniert hat. Ich kann mich gut erinnern, als ich es das erste Mal hörte. Mein ehemaliger Lehrer, er ist Konzertmeister an der Staatsoper in München, spielte es dort mit seinem Orchester. Ich war gefesselt von diesem Werk, von seiner Melodik, seinen Farben! Ich habe es dann im Studium immer wieder gespielt, habe es jedem meiner Lehrer vorgespielt! Es ist einer meiner absoluten Favoriten unter den Violinkonzerten.

 

Grosse Geigerinnen nehmen es sich gerade in jüngster Zeit vor. Hilary Hahn, Julia Fischer oder Sarah Chang etwa. In der nahen Vergangenheit glänzten eher stolze Geiger vom Stile eines Shaham, Vengerov oder Repins damit. Lassen Sie sich von diesen so unterschiedlichen Aufnahmen lenken?

 

Poschner: Ich kenne die meisten Aufnahmen, geschlechtsspezifische Unterschiede sehe ich keine. Für mich ist es aber hochinteressant, die Interpretationen zu vergleichen, ihnen kleine Geheimnisse zu entlocken. Das regt die eigene Fantasie an. Einer meiner Favoriten ist die Aufnahme des 19-jährigen Julian Rachlin. Er spielt so fantasievoll, unglaublich farbenreich. So, als ob er ein 20-minütiges Märchen erzählen würde. Und apropos Julia Fischer: Ich habe mich einmal mit ihr über dieses Konzert unterhalten. Sie sagte mir lustigerweise, falls sie mich mit einem Violinkonzert beschreiben müsste, würde sie das 1. Violinkonzert von Prokofjew nehmen ... ich hoffe allerdings nicht, dass sie in mir einen alten Märchenonkel sieht!

 

Sie kennen das Konzert bestimmt auch aus Sicht des Orchestermusikers. Was gilt es dort zu beachten?

 

Poschner: Man muss die richtige Balance im Orchester finden. Prokofjew verwendet eher ungewöhnliche Instrumentenkombinationen oder setzt diese speziell ein. Die Tuba beispielsweise spielt eine der Hauptrollen im Violinkonzert! Es lädt einen quasi ein, das Klangspektrum so breit wie möglich zu halten und feine Nuancen zu suchen.

 

Nach dem Prokofjew-Konzert setzen Sie sich ins Orchester und spielen die «Pastorale». Ist das schwierig?

 

Poschner: Ich spiele nur das Violinkonzert. Meine Kollegin wird die restlichen Programmpunkte als Konzertmeisterin spielen. Eine vernünftige Vorbereitung auf das Solokonzert wäre sonst schwer möglich.

 

Für das ASO bilden die Beethoven-Sinfonien in den vergangenen Jahren Meilensteine: 2008 die Dritte, 2009 die Neunte – und jetzt die Sechste, die «Pastorale». Wo liegen darin die Schwierigkeiten fürs Orchester?

 

Poschner: Die Beethoven-Sinfonien sind der Gradmesser schlechthin für jedes Orchester. Beethoven sucht die Extreme. Jedem im Orchester wird alles abverlangt. Extreme Tempi, höchste spieltechnische Anforderungen. Und das sollte allen Musikern im Orchester möglichst zur gleichen Zeit gelingen, damit ein grosser Bogen entsteht und alles wie selbstverständlich klingt. Ich kenne keinen Komponisten, der das Notenmaterial so genau wie er bezeichnet und so viele unterschiedliche Vortragsbezeichnungen vorschreibt. Jeder Akzent, jede Artikulation ist in allen Varianten aufs Genaueste niedergeschrieben. Beethoven muss erarbeitet werden. Er schenkt einem wenig ...

 

Die Pastorale
Leitung Douglas Bostock
Solist Ulrich Poschner
Werke von Theodor Fröhlich, Sergei Prokofjew und Ludwig van Beethoven.
Muri, 16. 1., 19.30 Uhr; Aarau 17. 1., 17 Uhr und 19. 1., 20 Uhr, Baden, 20. 1., 20 Uhr; Rheinfelden, 22. 1., 20 Uhr.

 

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