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Begabung und Arbeit haben sich ergänzt

 

(Mittellandzeitung, Christian Berzins, 5. November 2009)

 

Sophia Jaffé, Sie hatten sehr früh öffentliche Auftritte. Waren Sie ein Wunderkind?


Sophie Jaffé: Natürlich war ich mit der intensiven Förderung durch die Eltern, die mich unterrichteten und auch das Üben betreuten, bald weiter als manch andere Kinder, die im gleichen Alter das Geigen begonnen hatten. Manche mag das dazu bewogen haben, mich als Wunderkind zu bezeichnen. Begabung und Arbeit haben sich da vielleicht glücklich ergänzt. Es gab auch Zeiten, wo ich dann nicht mehr ganz nach den Wünschen der Eltern «funktionieren» wollte ... Das Kontinuierlichste in der Kindheit und Jugend waren die vielen Hauskonzerte. Hinterher gab es immer ein grosses Buffet und dann wurde ausgelassen in Haus und Garten gespielt und herumgetobt. Mit zwölf spielte ich zum ersten Mal mit Orchester.

 

Ab 2002 gewannen Sie einige Preise, dann folgten Auftritte mit bedeutenden Orchestern. Waren es die Wettbewerbe, die Ihnen die Türen geöffnet haben?


Jaffé: Ja, die Teilnahme an Wettbewerben half mir in mancherlei Hinsicht bei der Vorbereitung auf die heutige Konzerttätigkeit. Natürlich machen sich Preise gut im Lebenslauf und sind somit schon Türen öffnend. Zum anderen lernte ich, verschiedene Werke in kurzer Zeit auf einen konzertreifen Stand vorzubereiten oder, wie man so schön sagt, «parat» zu haben. Ebenso sammelte ich Erfahrungen, in Situationen von Druck und Erwartungen, mich auf Wesentliches zu konzentrieren. Auf ein konkretes Ziel hinzuarbeiten, half zudem bei der Entwicklung in der Studienzeit.

 

Heute sind Sie Solistin, touren durch die Welt bzw. Europa. Die geigende Konkurrenz ist aber gross. Oder ist einfach nur die Spitze sehr eng?


Jaffé: Es gibt viele sehr gute Geiger, einige hervorragende, nach meinem Geschmack. Das empfinde ich als äusserst anregend. Und so steht an erster Stelle das Musizieren mit den Möglichkeiten, die ich mitbringe. Das Weitere passt sich dem schon an.

 

Viele meinen, wer nicht im Wiener Musikverein Bachs Partiten solo spielt, habe irgendetwas nicht geschafft. Sie sind auch ohne diesen Auftritt durchaus zufrieden mit Ihrem Status, mit Ihren Auftritten?


Jaffé: Nun, jeder setzt seine Massstäbe vielleicht anders. Im Juni 2010 spiele ich übrigens das 2. Schostakowitsch-Konzert im Wiener Konzerthaus ... Das Wichtigste ist, sich treu zu bleiben mit dem, was man zu sagen hat in der Musik, und stetig an sich zu arbeiten. Ziele können motivieren, aber ausschlaggebend sind andere Dinge im Leben: die eigene Entwicklung und das musikalische Anliegen.

 

Auf ihrer ersten CD spielen Sie Werke von Beethoven, Bach, Ysaÿe und Suk – ein grosser Bogen! Warum diese Auswahl?


Jaffé: Es war mir ein Anliegen, Stücke zu spielen, die mir momentan wichtig sind, die zugleich eine gewisse musikalische Vielfältigkeit ergeben. Mit dem Pianisten Björn Lehmann verbindet mich eine jahrelange Zusammenarbeit. Was uns immer wieder zum Beispiel an der Beethoven-Sonate op. 96 bewegt, ist die Innigkeit, die das Werk erfüllt, und die Verbindung von Beethovenscher Architektur mit einem bei Beethoven eher seltenen Affektbereich, der in manchen Zügen an schubertsche Gelassenheit erinnert.

 

In Aarau spielen Sie nun Bruchs 1. Violinkonzert. Seit wann spielen Sie diesen Klassiker?


Jaffé: Das Bruchsche Violinkonzert spielte ich zum ersten Mal, als ich etwa neun Jahre alt war. Vor allem am letzten Satz hatte ich damals viel Freude. Für langsame Tempi war ich damals noch weniger zu haben. Ich habe das Konzert aber erst vor zwei Jahren wieder ins derzeitige Repertoire aufgenommen. Und es war spannend, wie einige Kindheitserinnerungen wieder aufkamen. Man geht natürlich mit 29 Jahren ganz anders heran an die Musik, richtet es neu ein und entdeckt es fast komplett neu.

 

Das Aargauer Symphonie-Orchester kennen Sie kaum. Wie steht es mit dem Dirigenten Petr Altrichter?


Jaffé: Herr Altrichter und ich spielten in diesem Jahr schon das Tschaikowsky-Konzert zusammen. Ich erlebe ihn als leidenschaftlichen Musiker, der die anderen einfach mit seinem Enthusiasmus mitreisst und inspiriert. Ich freue mich auf die Bruch-Konzerte mit ihm und bin schon sehr gespannt auf das Aargauer Symphonie-Orchester, von dem ich viel Gutes gehört habe.

 

 

 

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