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Englische Musik will nicht verbiestert sein

 

Das Aargauer Symphonie Orchester präsentierte zur Saisoaneröffnung in Aarau ein rein englisches Programm und zeigt dabei klangliche Schönheit.

(Aargauer Zeitung, Tom Hellat, 15.09.2009)

 

Böse Zungen behaupten, Musik sei die Achillesferse Englands. Dass dies mitnichten der Fall ist konnte man bei der Saisoneröffnung des Aaraguer Symphonie Orchesters hören. Schon immer war in England eine musikalische Strömung lebendig, die Distanz zur verkopften kontinentalen Avantgarde eingehalten hat. Freundlich, entgegenkommend, allenfalls milde ironisch, verspielt, witzig und um alles in der Welt bloss nicht verbiestert will diese Musik sein. Dazu gehören ein volkstümlicher Ton, der Mut zum Phatos, aber vor allem auch eine starke Verbindung zur Natur.

 

Das zeigt sich schon bei Brittens For Sea Interludes aus Peter Grimes. Ständig glaubt man, die drohenden Natur- und Schicksalsgewalten raunen zu hören. Dabei sorgte das Aargauer Symphonie Orchester  für eine haptische Bildhaftigkeit der klanglichen Verläufe - nicht, dass man gereade eine Schwimmweste anlegen möchte, abe ein bisschen nass (im übertragenen Sinne) wurde man schon. Von hoher Naturhaftigkeit zeugte schon das erste Interlude, das mit Dämmerung überschrieben ist. Bei den meisten Komponisten ist der Sonnenaufgang etwas Schönes. Nicht so bei Britten. Da ist ein dünnes graues Licht in der kalten Luft, etwas Bedrohliches und Unheimliches. Nicht ganz lupenrein war die technische Beherrschung dieses schwierig zu erreichenden flirrenden Klangs. Insgesamt war es aber doch ein Britten zum Anfassen. Einer, bei dem das Meer salzig schmeckt und man gegen den kalten Wind den Kragen hochschlagen möchte. Auch in  An Orkney Wedding, with Sunrise, einem Stück des 1934 geborenen englischen Komponisten Maximilian Davies, wird mit Naturbildern gespielt. Amusant, komisch und verspielt schilderte das Orchester ein Fest, das in einem Rausch endet. Etwas angeheitert kehrt der musikalische Protagnonist erst in der Morgendämmerung nach Hause. Witzig, wie hier der Konzermeister liebevoll den Betrunkenen spielt. Die Geige torkelt und schwankt und wenn sie etwas behauptet, dann mit dem Pathos eines Besoffenen, der selber nicht ganz glaubt, was er sagt. Als dann musikalisch die Sonne aufgeht, klingt es, als sei auch diese etwas in Schieflage geraten - diesmal allerdings ungewollt.

 

Nach der Pause dann ein Werk, das als Paradebeispiel für die Popularität englischer Musik gilt: die Enigma-Variationen von Edward Elgar. In der abwechslungsreichen Parade von 13 Menschen aus dem Umfeld des Komponisten bildet ein besonders guter Freund in der Variation Nimrod den emotionalen Mittelpunkt. Es ist vielleicht kein Zufall, dass genau hier das Orchester den bis anhin homogensten Klang erreichte. Das durch Elgar personifizierte Orchester schien mit jeder Faser einem engen Freund seine Liebe auszudrücken zu wollen. Innig und liebevoll war das. Und es schien insgesamt den Knopf gelöst zu haben. Ganz im Sinne von: Wer einmal das Herz nach aussen gekehrt hat, dem fällt es fortan leichter, Geschichten zu erzählen, persönlich und verbindlich sprechen - gerade in der Sprache der Musik. Mit einer solchen Spielart wurden auch im Publikum Freunde gewonnen.

 

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