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Volksoper im Grafenschloss

 

Smetanas «Verkaufte Braut»  im Schloss Hallwyl

 

(Neue Zürcher Zeitung, Bernhard Fuchs, 29.07.2009)

 

Seit dem Sommer 2003 wird im Schloss Hallwyl im Dreijahresrhythmus Oper gespielt. Nach Mozarts «Entführung aus dem Serail»  und Bizets «Jolie fille de Perth» steht diesmal Smetanas «Verkaufte Braut» in der Inszenierung von Peter Schweiger auf dem Programm - mit ein paar dramaturgischen Kniffen für den Schauplatz adaptiert.

 

Schloss Hallwyl, im Juli

Was haben die bierseligen Bauern und deftigen Bäuerinnen aus Bedrich Smetanas Volksoper «Die verkaufte Braut» im Gemäuer des mittelalterlichen Wasserschlosses Hallwyl verloren? Darüber haben sich auch der Regisseur Peter Schweiger und der Bühnenarchitekt Bert De Raeymaecker Gedanken gemacht, und sie sind zu einer pausiblen Erklärung gekommen: Nicht nur unter Böhmens Bauern, auch bei den noblen Grafen von Halwyl im aaraugischen Seetal gab es zuzeiten finanzielle Engpässe. Einer von ihnen hat sich mit kühnen Umbauplänen derart übernommen, dass er den Familienbesitz verkaufen musste. Hier knüpt die Inszenierung an. Anstelle einer Kulisse ist im Innenhof des Schlosses ein Baugerüst installiert worden. Damit wird die Spielfläche erweitert, ohne dass das alte Mauerwerk verbaut würde. Denn kein Bühnebild könnte stimmungsvoller sein als dieses, keine kunstvolle Dekoration romantischer als der originale blumengeschmückte Brunnen. Und wenn sich genau zum zarten Duett des Liebespaares zwei Tauben auf einen Kamin über den Dächern niederlassen, ist das Freilicht-Opern-Idyll vollkommen.

 

Ein Glück also, dass der einstige Schlossherr seine Umbaupläne nicht realisieren konnte. Trotzdem ruft ihn der Regisseur ins Leben zurück; und zwar in Gestalt des weltmännischen Micha der in einem kleinen Vorspiel den zum Grundstückmakler avancierten Heiratsvermittler Kecal mit dem Verkauf des Schlosses beauftragt. Danach verläuft die Handlung in gewohnten Bahnen, Jenik, Michas verstosssener, unerkannt ins Dorf zurückgekehrter Sohn, verkauft seine Braut Marie einmal mehr auf ebenso listige wie verwerfliche Art, sein Halbbruder Vasek stottert wie eh und je, und auch an Bier herrscht kein Mangel. Geliefert wird es hier aus dem kleinen Kiosk, den Maries Eltern betreiben. (Dem Publikum der Aufführung steht derweil neben dem Wassergraben vor dem Schloss eine gepflegte Gastronomie zur Verfügung.)

 

Einen originellen Akzent setzt, Elja-Dusa Kedves mit ihrer Choreografie, welche eine biedere Frauenriege, animiert durch Jenik, in eine Schar ungeniert Hüften-schwingender Tänzerinnen verwandelt. Ueberhaupt sind die Chorgruppen (Leitung Jürg Hämmerli) hier privilegiert. Denn im Schloss Hallwyl werden keine Mikrofone und Verstärker eingesetzt. So klingen das Orchester- das gut vorbereitete Aargauer Symphonie-Orchester unter seinem Chefdirigenten Douglas Bostock - wie das Solistenensemble meist etwas dünn, während die Ensembles zu voller Wirkung kommen. Da in der B-Premiere praktisch alle Hauptpartien leichtgewichtig besetzt waren - mit Rebecca Rudge als Marie, Richard Rowe als Jenik, Lisandro Abadie als Kecal und Valentin Johannes Gloor als Vasek -, blieb die klangliche Balance aber trotzdem gewahrt.

 

Gespielt wird im Schloss Hallwyl bei jeder Witterung ausser bei Sturm, denn das Orchesterpodium ist überdacht. Die Zuschauer dagegen sitzen auf der Tribüne unter einer mächtigen Linde. Es empfiehlt sich also warme Kleidung, wenn man Poesie des Ortes bis zum Schluss, wenn sich die Clowns der Zirkustruppe über den Hof verteilen, geniessen will.

 

«Die verkaufte Braut» bis 22. August,
www.operschlosshallwyl.ch

 

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