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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Ode an den Sternenhimmel - eine Freude

 

Das Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) spielte zur Eröffnung des März-Programms in der Bärenmatte, Suhr. Beethovens 9. Sinfonie folgte auf ein spektakuläres zeitgenössisches Werk aus Japan.

 

(Aargauer Zeitung, Franziska Frey, 10.03.2009)


Im abgedunkelten Saal, flankiert von improvisierenden Musikern des Aargauer Symphonie-Orchesters, malt der Kalligraf Tetsuo Terasaki am Sonntagabend Zeichen auf die Leinwand. Sie bedeuten, was die Musik benennt - das Gebet zu den fliegenden Göttern, die in Isao Matsushitas Sinfonie «Dharani» mittels Effekten wie Flageoletts oder versetzt einsetzenden Glissandi nachgezeichnet werden.

Der performative Einstieg in die Sinfonie des japanischen Komponisten stellte eine Abwechslung der stets gleichförmigen Struktur mancher Konzertabende dar; anderseits vermochte sie den Zuhörer aufmerksam auf neu- und andersartige Musik zu machen. Das Publikum dankte mit einiger Begeisterung und war damit eingestimmt in die nachfolgende Beethovensche 9. Sinfonie, die ebenso wie die «Dharani»-Sinfonie ein Mehr als die bloss erklingende Musik vermitteln will.

Bereits in den ersten Takten der 9. Sinfonie erkannte man die interpretatorische Absicht, die Dirigent Douglas Bostock durch alle Sätze hindurch verfolgte - eine, die auf Präzision und Genauigkeit der dynamischen Unterschiede Wert legte. Der schlanke Klang, die warmen und

bekömmlich leisen Pianissimi ganz zu Beginn gaben der Sinfonie einen klassischen Charakter, der die unbestimmte Harmonik des Anfangs in ihrer Wirkung noch verstärkte.

Auch die Tempi waren durch alle Sätze hindurch so gewählt, dass sie sich an diejenigen, die Beethoven selbst sich vorgestellt haben soll, annäherten. So bekam die ganze Sinfonie einen rasch schreitenden Gestus, der die Progression der Themen zu bestens nachvollziehbaren Spannungsbögen entwickeln liess und den Zuhörer so zu fesseln vermochte.

Das Aargauer Symphonie-Orchester präsentierte sich lustvoll in der Umsetzung dieser Ideen und setzte wendig die geforderten agogischen Richtungswechsel um, ohne an Homogenität als Orchesterapparat einzubüssen. Kosteten Musiker wie Dirigent diese Einheitlichkeit vor allem in den Forte-Höhepunkten aus, wendeten sie sich in den ruhigeren Stellen der kammermusikalischen Interaktion im Orchester zu. Auch die Verschränkung der Motiveinwürfe im zweiten Satz zwischen den orchestralen Registern und den perfekt präzisen Paukenschlägen
gelang bestens. Einzig die lyrischen Einschübe wirkten etwas überhastet - eine
Gefahr, die auch im langsamen Satz, der ebenfalls einen eher zügigen Grundpuls aufwies, erwartet werden konnte. Man wurde jedoch eines Besseren belehrt, da die sanglichen Phrasen ihre Innigkeit stets behielten.

Nun war es so weit - die Sinfonie war am Punkt der vermeintlichen Ruhe angelangt. Endlich durfte der geduldig ausharrende Chor sich recken, konnten die vier Gesangssolisten ihre Plätze beziehen - um einen Finalsatz zu bestreiten, der alle Erwartungen des Publikums auch heute

noch übersteigt und der einen immer noch in Staunen über die eigentliche Unfassbarkeit des finalen Kantatensatzes versetzt, der mit der Schillerschen «Ode an die Freude» die Instrumentalmusik um das gesungene Wort erweitert. Die Verbindung schafft das Rezitativ, dessen Botschaft der «angenehmeren» Töne von René Koch kraftvoll vorgetragen
wird. Er bildet zusammen mit Yosep Kang (Tenor), Judith Schmid (Mezzosopran) und Barbara Zinniker (Sopran) das Solistenquartett, das sich - bis auf kleine Ausnahmen - gegen die Klangmassen von Orchester und Chor abzuheben wusste.

Der Aargauer Festivalchor erwies sich als vielversprechend und voller Energie. Und wenn die hohen Passagen im überbordenden Fortissimo nicht immer ganz brillieren konnten, kam das dem Effekt der Grenzwertigkeit, die die Komposition zum Ziel hat, nicht unpassend zugute. Die Grenze - das ist ja schliesslich «über’m Sternenzelt» - wurde auch von allen übrigen Akteuren aufgesucht und gefunden. Und das ist nur mit viel Risiko möglich. Das ASO ging es für ein freudiges Konzerterlebnis ein.

 

Wiederholung 10. 3. Suhr, 11. 3. Baden, 18. 3. Basel.

 

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