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Am kühlen Abend aufwärmen mit Rossini

 

„Inselklassik“ im Reichenauer Klosterhof bietet mehr als Symphonie – Douglas Bostock dirigiert Aargauer Orchester

 

Rainhard Müller (Südkurier, 26.06.2007)

„Es lebe die Symphonie" hieß Douglas Bostocks Klassikkonzert mit dem Aargauer Symphonieorchester im Reichenauer Klosterhof; aber er ließ noch andere Gattungen der Klassik erklingen, nämlich Ouvertüre und Solokonzert, und der große Klosterhof war wie immer bei diesem Anlass dicht gefüllt mit Klassikfreunden (Jugend: Fehlanzeige!)
Schwungvoll heiter eröffnete das Orchester mit Rossinis „Tancredi“ – Ouvertüre: ein „Warmup“ am kühlen Abend nach Maß, denn Rossini wusste schon, wie man anheizt: nach eher suchendem Lento das quirlige Allegro mit lustigen Figürchen und den unverwechselbaren Finalstrecken mit ihren crescendi, accelerandi (lauter, schneller) und sich überkugelnder Stretta. Danach der geigerische Marathon in Edouard Lalos „Symphonie espagnole“: in fünf Sätzen spielte der Schweizer Violinkünstler Marc Paquin (als Abschied von seinen Aargauern, wo er Konzertmeister ist) alle Finessen seiner Fingerfixigkeit, des Bogentanzes und der spanisch-maurisch-klassisch komponierten Violinkunst aus, wurde gestützt vom klangfarbenreichen, dynamisch jederzeit mitgehenden und Konturen schaffenden Orchester; duftig leicht oder markant tuttifest, tanzend im rasanten Folkloreschwung oder mollschwer im dunklen Bläserchoral: das war unter Bostocks wacher Klang- und Bewegungsregie ein romantisches Tonfest, das bewundernden Beifall auslöste. Nach so viel hochrangig virtuoser Sologeigenkunst kam Paquins schlichte Wiegenliedzugabe von De Falla umso lieblicher herüber, als einige Klosterhofbesucher aus voller Kehle mitsangen: den Abend ebenfalls genießende Vögel – eine gern geduldete Besonderheit der sommerliche Klosterhofkonzerte.
Und jetzt die echte Symphonie, und was für eine! Tschaikowskys Vierte ist aus dunklem slawischem Holz geschnitzt, hat auch in tänzerische Episoden hinein würdige Strenge, ist überreich instrumentiert, trompetet das „Schicksal“ des Komponisten zwischen zwei Frauen hart punktiert heraus, um bis ins Finale hinein nicht mehr davon loszukommen. Allen melodischen Reichtum, die verträumten Themen des Canzonensatzes, das uhrwerkexakter Pizzicato-Scherzo, alle Gedanken, Seitengedanken und Durchführungen musizierte das große Orchester lebendig, plastisch, mit sicht- und spürbarer Lust an dieser kunstvoll überhöhten Volksmusik, die Bostock so motivierend und präzise (auswändig!) herausdirigierte, dass riesiger Beifall aufbrandete.
Nicht weniger präzise nahm Tief Steve Anteil am Konzert. Genau nach den grandiosen Schlussakkorden gab es dem Regen den bis jetzt zurückgehaltenen Forte-Einsatz. Dvořáks slawischer Zugabetanz erklang angesichts beschirmt flüchtender Publikumsmassen möglicher Weise noch rasanter als vorgesehen.

 

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