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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Musik kann mehr als tausend Worte sagen

 

Das Aargauer Symphonieorchester begleitete live den Stummfilm «City Lights» vom grossen Mimen Charlie Chaplin

 

Der Entscheid, ins Konzert oder ins Kino zu gehen, fällt bisweilen schwer, beides zusammen zu geniessen, ist selten. Jetzt war es so weit und die Begeisterung entsprechend gross.

 

(Sonntag, Rosmarie Mehlin, 31.08.2008)


Steil ansteigend sind die Zuschauerränge im Badener Kino Trafo 1, ausladend die weich gepolsterten Sessel, gross ist die Beinfreiheit. In Konzertsälen sitzt man kaum je so bequem. Am Freitagabend taten Musikliebhaber es aber sehr wohl. Oder waren es Filmfreaks? Sowohl solche wie auch andere waren gewiss unter den Besuchern im ausverkauften Saal. Die riesige Leinwand war mit Vorhängen auf ein nostalgisches Format reduziert, vor ihr ein Podium aufgebaut, mit Notenständern, einer Harfe, einem Flügel, Stühlen. Als rund 40 Musikerinnen und Musiker des Aargauer Symphonieorchesters (ASO) darauf Platz nahmen, wuchs die Spannung: Wie würde es werden, das vielversprechende «Experiment», zu dem die Neue Aargauer Bank als Hauptsponsor geladen hatte?

 

Am Gelingen war auch die Badener Kinofamilie Sterk massgeblich beteiligt. «Es ist die älteste Kinofamilie der Schweiz. Grossvater Sterk hatte noch ein Hausorchester, das allerdings nur aus drei Mitgliedern bestand», erwähnte ASO-Chefidrigent Douglas Bostock mit dem ihm eigenen erfrischenden Charme, bevor er den Stab hob zu einem ebenso musikalisch wie cineas-tisch beglückenden Ereignis. Zur Einstimmung intonierte das Orchester «Trois Rag-Caprices» – witzig und spritzig – von Darius Milhaud. Sofort war deutlich spürbar, wie viel Lust und Spass Bostock und das ASO an dieser aussergewöhnlichen Aufgabe hatten, den genialen Schauspieler und Regisseur Charlie Chaplin zu begleiten – mit Kompositionen aus dessen Feder.

Als Charlie Chaplin «City Lights» 1931 in den USA drehte, hatten bereits die ersten Tonfilme Erfolge gefeiert. Chaplin aber wollte sein schaupielerisches Können weiterhin stumm vermitteln. Immerhin zollte er jedoch als Regisseur mit Toneffekten und Filmmusik der Entwicklung einen gewissen Respekt.

 

Der Stummfilm samt dieser sanften Öffnung zum neuen Filmzeitalter hin hat bis heute nichts von seinem Zauber, seinem Reiz verloren: Auf der einen Seite die faszinierende Ausdruckskraft stummer Mimik und stark charakterisierender Gestik, auf der anderen Seite Musik, die bisweilen mehr zu sagen vermag als tausend Worte – da wird besonders der heutige Zuschauer und Zuhörer emotional und sinnlich gefordert und gepackt: Im Mittelpunkt stehen Akteure statt Action, Schicksale statt Spezial Effects, fein pointierte Klangmalerei statt Lautstärke.

«City Lights» ist auch nach über 70 Jahren ein Genuss, ein grosses Erlebnis. Der Film unterhält und berührt zugleich, lässt den Betrachter vor höchs-tem Vergnügen lachen und beklemmt ihn zugleich durch seine Doppelbödigkeit. Und wenn sich zu diesen Wechselbädern von Empfindungen als dritte Dimension Live-Musik gesellt, gespielt wie dort im Badener Trafo 1, dann ist der Abend perfekt.

 

Douglas Bostock, die Blicke unentwegt zwischen Notenblatt und Leinwand, führte das ASO sehr präzise und einfühlsam durch den Film – oder genauer gesagt mit dem Film –, und die Musiker waren spürbar begeistert und mit grossem Engagement bei dieser aussergewöhnlichen Aufgabe. Die Funken ihrer Begeisterung stoben vom ers-ten Moment an die steilen Ränge hinauf, in die breiten Reihen, die dick gepolsterten Sessel hinein, entzündeten sich und wollten in einem lang anhaltenden Applaus kaum wieder erlöschen.


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