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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Eine Erfolgsgeschichte

 

Das Aargauer Symphonie Orchester und sein Dirigent Douglas Bostock

 

(Neue Zürcher Zeitung, Peter Hagmann, 23.01.2008)

Die «Pulcinella-Suite» von Igor Strawinsky gilt nicht als Besonderheit - hier, in der Mitte des Abends, wird das Stück zum Ritt über den Bodensee. Rasch wird deutlich, wie virtuos die Partitur tatsächlich geschrieben ist und wie sehr das Orchester damit an seine Grenzen geht - aber auch: wie mutig und akkurat der Stier bei den Hörnern gepackt wird. Eine Enttäuschung dafür das Tripelkonzert von Beethoven, das vom Orchester aufmerksam begleitet wird. Das Prager Guarneri-Trio dagegen nimmt den Auftritt auf die leichte Schulter; der Pianist Ivan Klansky ist bei der Sache, doch der Geiger Cenek Pavlik und, vor allem, der Cellist Marek Jerie haben hörbar Mühe, die Töne zu treffen. Als umso eindrücklicher bleibt der Einstieg mit Mozarts «Haffner»- Sinfonie (D-Dur, KV 385) in Erinnerung. Der Ton kann gewiss noch flexibler werden, aber die Sorgfalt im Zusammenspiel wie in der Formulierung der Einzelheiten überrascht.

Das ist nun also das Aargauer Symphonie Orchester. Ihrer kleinräumigen, föderalistischen Struktur entsprechend kennt die Schweiz neben den beiden international bekannten Klangkörpern, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Orchestre de la Suisse Romande in Genf, eine ganze Reihe weiterer professioneller Orchester. Die meisten von ihnen sind mit Theatern verbunden, so die Orchester in Basel und Bern, in St. Gallen, Luzern oder Biel. Nicht in diese Gruppe gehört das 1963 gegründete Aargauer Symphonie-Orchester (ASO), das seit 2001 unter der Leitung des Briten Douglas Bostock steht - und darum ist das, was dieser Klangkörper hören lässt, besonders bemerkenswert.

Mit 59 Positionen gehört das ASO zu den mittelstark besetzten Orchestern. Seine Mitglieder, allesamt professionell ausgebildet, werden projektweise engagiert und absolvieren für gut zwei Dutzend Konzerte rund achtzig Dienste pro Saison. Das reicht nicht für einen normalen Lebensunterhalt, die Musiker sind darum noch anderweitig beschäftigt, etwa als Lehrer an Musikschulen. Das war schon so, als noch Räto Tschupp den Taktstock führte, doch jetzt, mit Douglas Bostock an der Spitze, arbeitet das Orchester zielgerichtet und selbstbewusst an seiner Identität. Die öffentliche Hand honoriert das, indem sie gut die Hälfte des Budgets von 1,6 Millionen Franken durch Subventionen abdeckt.

Getragen wird das ASO durch einen Verein, der seinen Sitz in Aarau hat - und dort findet sich auch das Stammhaus des Orchesters. In dem von der Stadt betriebenen Kultur- und Kongresshaus aus dem Jahre 1883, das in den letzten fünfzehn Jahren kräftig umgebaut worden ist, gibt es einen Konzertsaal mit 350 Plätzen, der über eine passable, vielleicht etwas direkte Akustik verfügt. Indessen gehört das ASO dem ganzen Kanton Aargau, es spielt auch in Baden und Wettingen, in Zofingen und im Kloster Muri. Und das nicht etwa vor schütter besetzten Reihen; viele Konzerte sind ausverkauft, die Gesamtauslastung liegt bei achtzig Prozent. Und für die nächste Saison ist erstmals ein Gastspiel im KKL Luzern angesagt.

Bostock legt seine Programme nach sorgfältiger Dramaturgie an. Der Abend mit dem Guarneri-Trio etwa wandelte den Begriff des «concertante» ab, des Wechselspiels zwischen einer kleineren und einer grösseren Gruppe. Viele Stücke schlössen sich von vornherein aus, sagt Bostock, aber das mache ihm keine Mühe, das Publikum komme nämlich besonders gern, wenn Nischen gepflegt würden und wenn Bekanntes neben Ungewohntem stehe. Barockmusik lasse er beiseite, das sei heute die Aufgabe von Spezialisten, aber gegenüber dem Neuen sei er durchaus offen. Die Ausstrahlung, die das Aargauer Symphonie Orchester auf dem Podium erkennen lässt, gibt dem Dirigenten recht.

 

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