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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Das ASO spielt in seinem ersten Zyklus „Nordische Klänge“

 

Romantik mit nordischen Einflüssen

 

Gleich drei Jubiläen hat das ASO in seinen ersten Zyklus der Saison gepackt. Norwegen, Finnland und England sind dabei die geografischen Stationen im nicht alltäglichen Programm mit dem träfen Titel „Nordische Klänge“.

 

(AZ Live, Fritz Trümpi, 13.09.2007)

 

„Dumpfes Nordlicht“ hat ihn Adorno einst geschimpft, doch er ist bis heute einer der beliebtesten spätromantischen Komponisten in Konzertsaal und Aufnahmestudio: Jean Sibelius. Anlässlich seines Todestags, der sich am 20. September zum 50. Mal jährt, gibt nun das Aargauer Symphonie Orchester (ASO) seine „Dritte Symphonie“ zum Besten. Und auch sie feiert Jubiläum: fast auf den Tag genau vor hundert Jahren wurde sie in Helsinki uraufgeführt.
„Nordische Klänge“ nennt das ASO denn auch seinen 1. Zyklus und huldigt damit gleich noch einem zweiten Todestag: Vor hundert Jahren ist der Norweger Edvard Grieg gestorben. Neben Sibelius’ Dritter steht mit Griegs Klavierkonzert ein weiteres Schlachtross der musikalischen Romantik auf dem kommenden ASO-Programm. Ausserdem werden den beiden Nordeuropäern zwei Werke ganz anderer Prägung aus England hinzugestellt: Brittens „Variationen und Fuge über ein Thema von Purcell“, bekannter unter dem Übernamen „The Young Person’s Guide to the Orchestra“ sowie das nur wenige Minuten dauernde impressionistische Orchesterstück „Summer Evening“ von Frederick Delius.
Wie „nordisch“ diese Werke allesamt sind, bleibe dahingestellt. Sogar bei Grieg sind sich Experten über die Existenz eines „nordischen“ Klanges alles andere als einig. Karl-Andreas Kolly, Pianist und Solist des ASO-Zyklus, differenziert in dieser Frage: „Da Grieg in Leipzig ausgebildet wurde, steckt in seinem Klavierkonzert vieles drin, das an ‚deutsche’ Musik erinnert. Im dritten Satz aber verarbeitet Grieg norwegische Volksliedmotive und spürt diesem Klang eindringlich nach.“
Doch wie auch immer, Griegs Klavierkonzert wurde rasch beliebt und ist es bis heute geblieben. Kolly betont jedoch, dass es ob seiner Einfachheit oft auch belächelt worden sei. „In dieser Einfachheit sehe ich jedoch genau die Stärke dieses Konzerts“, so Kolly. „Es beinhaltet nämlich alles, was ein romantisches Klavierkonzert ausmacht, nur geht Grieg eben sehr sparsam mit den Mitteln um. Das gefällt mir.“ Überhaupt hat der international tätige Pianist eine ganz eigene Beziehung zu diesem Werk: Es war sein erstes Konzert überhaupt, in dem er zusammen mit einem Orchester auftrat. Allerdings habe der Dirigent gar nicht geschaut, ob er, Kolly, schon bereit sei – er war es nicht. Und so hatte der junge Pianist keine Zeit mehr, den Stuhl auf die richtige Höhe einzustellen, da er sonst seinen Einsatz verpasst hätte und musste während des ganzen ersten Satzes immer wieder am Hocker herumschrauben. Auf eine solche Begebenheit wird man beim bevorstehenden ASO-Zyklus unter der Leitung des umsichtigen Douglas Bostock allerdings vergeblich warten.

 

„Sibelius ist sehr raffiniert“


Herr Bostock, Sie sind Chefdirigent des ASO. Gibt es ein nordisches Idiom in der Musik?
Die spielen auf den Titel unseres diesjährigen 1. Zyklus an, „Nordische Klänge“. Das ist zunächst geografisch zu verstehen, und da kann man England gut dazuzählen. Es gibt aber auch in musikalischer Hinsicht einige signifikante Merkmale bei nordeuropäischen Komponisten. Es ist eine Musik, die sich an breiten Flächen orientiert und entsprechend eigene Harmonien und Melodiefolgen hervorbringt. Aber in einem kurzen Interview ist dies schwer zu bestimmen, das könnte ich höchstens in einem längeren Vortrag vermitteln.


Heisst das, die Musik geht eher in die Breite, aber nicht so sehr in die Tiefe? Ist sie dadurch zu wenig raffiniert?
Oh, gerade Sibelius ist da sehr raffiniert. Ich halte ihn für einen der bedeutendsten Symphoniker. Das ist ja auch so ein merkwürdiger Umstand, dass die Symphonie eine Gattung des Nordens ist, während sie etwa in Italien nie gegriffen hat. Vielleicht ist der nordische Komponist eher der Denker, der südliche eher Gefühlsmensch...


Britten, Grieg, Delius, Sibelius – eine nicht alltägliche Programmierung für ein Symphoniekonzert.
Ich finde, wir haben eigentlich immer spannend kombinierte Programme in unseren Konzerten. Das Aargauer Publikum ist ja sehr aufgeschlossen gegenüber Ungewöhnlichem und Neuem, vielleicht mehr, als ein urbanes Publikum.


Noch eine interne Frage: Haben Sie bereits einen Konzertmeister für die Nachfolge von Marc Paquin gewählt?
Wir haben schon mit mehreren Interessenten gesprochen und sie auch auf ihre Eignung für diesen Posten hin geprüft. Konkreteres kann ich dazu noch nicht sagen, aber die Entscheidung wird noch dieses Jahr fallen, spätestens im Dezember.

Interview: Fritz Trümpi.    

 

 

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