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Eine Rarität zum Auftakt


Klassik Das Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) begann die Saison 2006/07 mit Peter Miegs Sinfonie für grosses Orchester.

 

Daniel Polentarutti (AZ, 26.09.2006)
Peter Miegs Geburtstag jährt sich heuer zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass eröffnete das Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) am Sonntag die neue Konzertsaison mit Miegs selten gespielter Sinfonie für grosses Orchester aus dem Jahre 1958. Das wuchtige Werk ist frisch, abwechslungsreich, ausgesprochen eingängig und weit entfernt von neutönerischen, «modernen» Ansätzen.

 

Die ASO-Bläser nützen die günstige Gelegenheit und brillieren mit berückend schönen Soli. Dirigent Douglas Bostock leitet schwungvoll, umsichtig und präzis - eine rundum gelungene Jubiläumsaufführung, die Lust macht, sich wieder einmal ausgiebig mit dem Werk des berühmten Lenzburgers auseinander zu setzen. Debussys «Prélude à L’après-midi d’un faune» vermag weniger zu überzeugen. Viele schöne Einzelleistungen gibt es zu bewundern, allen voran das Brillieren der hervorragenden Soloflötistin. Der Orchesterklang bleibt über weite Strecken angenehm transparent und durchsichtig - aber trotzdem will sich der «Debussy-Effekt», das Rauschhafte, Flirrende und schwerelos Schwebende nie so richtig einstellen; zu sehr zerfällt das Werk in Einzelteile, zuwenig spürt man den grossen, alles umspannenden Bogen.

 

Bei Kodàlys Variationen über das ungarische Volkslied «Der Pfau flog aus» zeigen sich Bos-tock und sein Orchester wieder von ihrer besten Seite: Das von Wehmut und Melancholie durchzogene Orchesterwerk erstrahlt in leuchtenden Farben, man geniesst einen satten Streicherklang, herrliche Bläsersoli, Klangballungen. Ein kluger Schachzug des ASO-Managements, Sol Gabetta als Solistin für das beliebte Saint-Saëns-Cellokonzert in a-Moll zu verpflichten: Wer will sich dieses Konzert-ereignis entgehen lassen! Die junge Musikerin steht fraglos kurz vor einer glanzvollen Karriere. Etliche Trophäen hat sich das argentinische Energiebündel bereits erspielt, unter anderem den «Credit Suisse Young Artist Award» sowie einen Preis beim Moskauer «Tschaikowsky-Wettbewerb».

 

Ihr Spiel ist von bezaubernder Frische, der Ton wunderbar singend. Wer einen mächtigen Cellosound erwartet, kommt allerdings bei Gabetta nicht auf seine Kosten. Bei aller Leidenschaft und Innigkeit trumpft sie niemals auf, ihr Spiel bleibt stets subtil und filigran. In Saint-Saëns’ Konzert tritt sie in einen spannenden, bisweilen haarsträubend virtuosen Dialog mit dem Orchester. Leider gibt es etliche Stellen, wo das ASO die Solistin völlig überdeckt: Da hätte man vom Dirigenten mehr Fingerspitzengefühl erwartet.

 

Sol Gabetta spielt eine Zugabe und beschert dem Publikum damit einen jener magischen Momente, wie sie bei Konzerten sehr selten sind: Mit einem Solo des Letten Peteris Vasks entführt sie die Hörer in ein Universum vielfältiger Klangfarben, mischt ihr Gesangsstimme bei und lässt alles in einem kaum hörbaren Pianissimo verklingen: Kein Huster, kein Räusperer oder Stühlerücker stört - wunderbar.

 

 

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