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«Ich muss diese Musik zu meiner eigenen machen»

 

Valentin Johannes Gloor singt 50 Jahre nach der Uraufführung Peter Miegs Liederzyklus «Mit Nacht und Nacht».

 

(Aargauer Zeitung, Christian Berzins, 10. Januar 2012)

 

Valentin Johannes Gloor, wann ist Ihnen der Aargauer Komponist Peter Mieg das erste Mal begegnet? Valentin Johannes Gloor:

 

Bei der Suche nach Aargauer Lied-Komponisten bin ich vor rund zehn Jahren das erste Mal auf Miegs Werke gestossen und habe seither verschiedene einzelne Lieder von ihm gesungen. Fasziniert hat mich von Beginn an seine umfassende künstlerische Begabung. So waren ja das Malen und Schreiben ebenso Teil seiner Künstlerpersönlichkeit wie das Komponieren. In all seinen künstlerischen Tätigkeiten tritt er einem als feinsinniger Mensch entgegen mit einem grossen Gespür für Subtiles.

 

Warum wird dieser Komponist «trotz umfassender Begabung» kaum mehr gespielt?

 

Es scheint in der Rezeption eines Komponisten beziehungsweise seines Werkes einen sehr heiklen Zeitpunkt zu geben: Es sind dies die Jahrzehnte unmittelbar nach seinem Tod. Wenn ein Komponist nicht schon zu Lebzeiten Eingang in den «Kanon» der Grossen und Bekannten gefunden hat, werden seine Werke nach seinem Tod meist vernachlässigt. Verschiedene Mechanismen sind hier ausschlaggebend, die wenig mit der Musik zu tun haben. So kann sich der Komponist nicht mehr selbst für sein Werk einsetzen – es gibt keine unmittelbare Identifikationsfigur mehr für seine Musik. Hinzu kommt, dass die Kulturförderung – was ja durchaus auch legitim ist – die Förderung von Aufführungen lebender Komponistinnen und Komponisten bevorzugt.

 

Sie führen nun mit dem Aargauer Symphonie-Orchester unter der Leitung Douglas Bostocks «Mit Nacht und Nacht» auf. Was ist das für ein Werk, wie wirkt es aufs Publikum?

 

Die Tonsprache dieses fünfteiligen Liederzyklus scheint mir auch für ein erstes Hören relativ zugänglich: Die Farbenpalette des Komponisten lässt eine sinnliche Musik entstehen. Zugleich aber ist das Klangbild mit dunklen Farben grundiert, passend zur Thematik, und verfügt über viele ruhigere, kontemplativere Stellen. Ich gehe davon aus, dass sich dem Zuhörer die innere Kraft und das Untergründige dieser Musik auch dann mitteilen, wenn jemand zum ersten Mal überhaupt ein Werk von Peter Mieg hört.

 

Bei der Uraufführung im Jahr 1951 sang der legendäre Schweizer Tenor Ernst Haefliger den Solopart – er war damals einer der gefragtesten Sänger seiner Zeit. Eine Herausforderung für Sie?

 

Natürlich ist es eine Ehre, mit den Aufführungen von «Mit Nacht und Nacht» in die grossen Fussstapfen von Ernst Haefliger zu treten. Beim Anhören der Aufnahme, die er von diesem Werk gesungen hat, wurde mir einmal mehr bewusst, welch ein herausragender Sänger er war. Das ist ein grosser Ansporn!

 

Ihre Biografie-Angaben – «Schwerpunkte im Lied und Oratorium, ausgewählte Bühnenprojekte, Uraufführungen» – hätten einst auch zu Haefliger gepasst! Gibt es mehr Parallelen mit ihm als Sie denken?

 

Es wäre vermessen, wenn ich mich mit Ernst Haefliger vergleichen wollte. Sicherlich ist es mein Ziel, in der Qualität nach dem Bestmöglichen zu streben. Und die ähnlichen Repertoire- Schwerpunkte deuten vielleicht darauf hin, dass meine musikalischen Interessen ähnlich gelagert sind wie seinerzeit diejenigen von Haefliger.

 

Wie beeinflussen Sie im Allgemeinen die lebenden und toten Kollegen und deren Aufnahmen, wenn Sie ein neues Werk einstudieren?

 

Ich betrachte diese Aufnahmen als wichtige Informationsquelle, besonders wenn sie zu einem Zeitpunkt entstanden, als der Komponist noch lebte. Da gibt es ja viele Aufnahmen, in welche die Interpretationskonzepte des Komponisten unmittelbar eingeflossen sind. Die Basis meiner Begegnung mit einem für mich neuen Werk bilden aber immer die Partitur und – wo vorhanden – die Äusserungen des Komponisten über sein Werk. Letztlich ist es ja meine Aufgabe als Interpret, die Musik, welche ich singe, auch zu meiner eigenen zu machen, sodass ich sie authentisch und glaubwürdig aufführen kann.

 

Ihr Repertoire ist breit, geht von Bach bis Mani Matter. Muss es so breit, da der Markt so schmal ist, oder soll es so breit sein?

 

Mein Repertoire soll so breit sein – und ich bin glücklich, dass diese Breite möglich ist! Sie spiegelt mein Interesse an aller Vokalmusik, die uns aufrichtig und ungekünstelt einen Einblick in die Grundfesten unserer Existenz gibt. Solche Musik gab und gibt es zu allen Epochen und in vielen verschiedenen Stilen. Wenn sich die Möglichkeit bietet und meine Stimme dafür geeignet ist, versuche ich diese Musik daher in mein Repertoire aufzunehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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