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Traumberufe von T bis Z

Violinistin

 

(NZZ Folio, Anja Jardine, 02. Mai 2011)

 

Eurydice Devergranne spielt seit zehn Jahren zweite Geige im Aargauer Symphonie-Orchester.


Ich werde oft gefragt, ob ich nicht zur ersten Geige aufsteigen wolle. Da kann ich nur sagen: Nein danke! Als zweite Geige bin ich voll in meinem Element. Die Leute verstehen das nicht, aber als Zweite ist es ein ganz anderes Denken. Nehmen wir ein Beispiel: die Mozart-Symphonie Nr. 39. Darin gibt es eine schwierige Stelle, die ist sehr schnell und sehr leise und muss ganz leicht klingen. Das verlangt volle Konzentration von uns. Wir sind acht zweite Geigen und müssen klingen wie ein Mensch. Dabei dürfen wir auf keinen Fall im Tempo schwanken, sonst wird es für die Melodie unmöglich, sich frei zu entfalten. Es ist eine hohe Kunst, als erste Geige eine Melodie schön und interessant zu spielen, als zweite Geige müssen wir uns gewissermassen unterwerfen. Werden wir gar nicht mehr wahrgenommen, haben wir unseren Job ideal gemeistert.


Mit dem Aargauer Symphonie-Orchester geben wir etwa dreissig Konzerte pro Jahr, damit verdiene ich knapp einen Drittel meines Lebensunterhalts. Nebenbei habe ich einen Bürojob als Sachbearbeiterin, der mir maximale Flexibilität bietet, weil die Musik immer Vorrang hat. Ich trete mit verschiedenen Ensembles auf, habe eine Zeitlang unterrichtet, spiele Gigs auf Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Familienanlässen. Mir gefällt es, ein vielseitiges Musikerleben zu leben – mal als erste Geige, mal als zweite. Jede Woche sieht anders aus. Genauso habe ich es mir immer gewünscht. Nur so bleiben die Antennen auf Empfang!

Aufgezeichnet von Anja Jardine


Ausbildung: Konservatorium, Lehrdiplom oder Konzertdiplom. Lohn als Orchestermusiker: zwischen 5000 und 10 000 Franken im Monat.

 

 

 

 

 

 

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