Aargauer Orchester setzt japanische Schwerpunkte Das Aargauer Symphonie Orchester verzeichnet steigende Zuschauerzahlen und steht vor einer langen Saison. (Aargauer Zeitung, Christian Berzins, 6. Mai 2011) Erfreulich: Die Besucherzahlen des Aargauer Symphonie Orchesters sind in der Saison 2010/2011 deutlich gestiegen. Kein Wunder, machten ASOChefdirigent Douglas Bostock und ASO-Präsident Jürg Schärer bei der gestrigen Pressekonferenz in Aarau zufriedene Gesichter. Rund 5400 Musikfreunde besuchten die 15 Konzerte, was einer Auslastung von 90 Prozent entspricht. Damit zeige das ASO, so Schärer, dass der Traum von einem Aargauer Konzertsaal nicht nur ein Hirngespinst eines englischen Chefdirigenten sei. Die Zahlen lassen sich erklären, liefen doch einige Abonnenten des aufgelösten Badener Konzertfonds zum ASO über. Doch der Aargauer Kultur-Leuchtturm ASO hat naturgemäss nicht bloss 5400 Zuhörer. Mit den Nebenreihen – etwa den Pops-, Kinder- und Tonhallekonzerten – sind es bei fast 40 Konzerten rund 15 000 Besucher. Nicht nur die Auslastung steigt, sondern auch die Zahl der Abonnenten (187). Trotz dieser Entwicklung kämpft man weiterhin um jeden Franken. Immerhin: Vom 1,5-Millionen- Budget stammen 320 000 Franken von Sponsoren und Mitgliedern. Dirigenten-Jubiläum Die Saison 2011/2012 steht unter verschiedenen Vorzeichen. Gleich im ersten Konzert darf Douglas Bostock sein 10-Jahr-Jubiläum als Chefdirigent feiern. Er tut dies mit zwei Klassikern von Glinka und Tschaikowsky, aber auch mit der europäischen Erstaufführung eines Werkes des ihm befreundeten Japaners Isao Matsushita – eine Komposition im Gedenken an die Opfer der Naturkatastrophe in Japan vom 11. März. Im November-Zyklus kommt es zu einem «Spotlight Japan 2», wird doch dann der japanische Dirigent Junichi Hirokami europäische Klassiker dirigieren. Hier, wie auch in anderen Konzerten, tritt ein ASO-Orchestermusiker als Solist in Erscheinung. Adrian Zinniker spielt das Klarinettenkonzert von W. A. Mozart. Noch aargauischer wird es im Januar-Zyklus, spielt man doch dann ein Werk des Aargauers Peter Mieg («Mit Nacht und Nacht» für Tenor und Orchester). Der Aargauer Valentin Gloor singt den Solopart. In der Nebenschiene «Das ASO in Olten» taucht später gar ein zweites Mieg- Werk auf (Oboenkonzert), das wahrscheinlich in der ASO-Jubiläums- Saison 2012/2013 – 50 Jahre ASO – wieder zu hören sein wird. Noch einen japanischen Tupfer gibt es im März. Jinsang Lee spielt dann das b-Moll-Klavierkonzert von Peter Tschaikowsky. Mit Alexander Sitkovetsky wagt sich im letzten Zyklus ein spannender Geiger an das Violinkonzert von Alexander Glazunov, ehe dann die Saison mit Modest Mussorgskys «Bilder einer Ausstellung» fulminant ausklingen wird. Ganz zum Schluss noch ein Höhepunkt: 2012 ist ein «Oper Hallwyl»-Jahr. Ab 27. Juli wird Rossinis «Barbiere di Siviglia» fast 20-mal gespielt. Fazit: Das ASO zeigt 2011/2012 sinfonische Klassiker, mischt das schöne Programm aber mit Raritäten bunt und mutig auf. «Das klinget so herrlich», hiess es zum Schluss der Pressekonferenz, als Ulrich Poschner und Andreas Fischer Bearbeitungen aus der «Zauberflöte» spielten. Jürg Schärers Leitsatz für die Saison heisst zwar, «der Weg ist das Ziel». Mozarts Wort aber ist vielleicht das Resultat. |