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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

Zwischen Himmel und Hölle

 

Die Aargauische Lehrergesangvereinigung überzeugte

 

(Aargauer Zeitung, Nicole Rösch, 2. November 2010)

 

Wer hat es nicht als Kind gespielt: Himmel und Hölle – das Spiel mit den Hüpfkästchen. Wer auf die Linien trat, hatte verloren. Ein Spiel war es wahrhaftig nicht, das sich die Aargauische Lehrergesangvereinigung (ALGV) unter der Mitwirkung des Kammerchors C 21 unter der Leitung von Michael Schraner da unter dem Titel «Himmel und Hölle mit Mendelssohn» als Programm ausgesucht hatte und im gut besetzten KUK in Aarau aufführte.

Die Kantate «Wie der Hirsch schreit», op. 42, gehört zum Bekanntesten, was die geistliche Chorliteratur zu bieten hat. Mendelssohn komponierte seine Psalmvertonung auf seiner Hochzeitsreise und neben der Nähe zu J. S. Bachs Kantaten fällt vor allem die Empfindsamkeit, die sich in der Musik abbildet, auf.

Gerade der Anfang des 42. Psalms war ganz dieser auskomponierten Sensibilität geschuldet: Weite Bögen und eine extreme dynamische Differenziertheit, gekoppelt an eine sehr gute Textverständlichkeit, schufen ein geradezu himmlisches Klangbild, welches das Potenzial der auf der Bühne vereinten Musiker deutlich machte. Dass dieses Versprechen gehalten wurde, hatte man neben der brillanten Sopranistin Maria C. Schmid auch dem Aargauer Symphonie Orchester (ASO) zu verdanken, das sich in Bestform präsentierte und souveräner Begleiter des Chors war. Immer weiter spannten Chor und Orchester den Bogen, lotete die Sopranistin alle emotionalen und musikalischen Höhen und Tiefen aus und man wähnte sich auf dem Weg zum Himmel. Wenn dann nicht die besagte Linie im Hüpfkästchenspiel übertreten worden wäre, und zwar ausgerechnet im Schlusschor des Psalms. Ein deutlich zu schnelles Tempo überforderte den Chor und flachte das Klangbild ab, ein geradezu militärisch anmutender Gestus zerstörte das bis dahin so ausgewogene Musizieren.

 

Glaubhaftigkeit dank Solisten

 

Der zweite Teil des Programms führte mit Mendelssohns «Die erste Walpurgisnacht», nach Texten von J. W. von Goethe, dann in die im Titel des Konzertes angekündigte Hölle. Diese präsentierte sich – nach dem vom ASO in den Ouvertüren eingeleiteten Stimmungswechsel (hervorragend: die Hörner) – gerade am Beginn im Chor noch recht beliebig. Erst die Solisten Jan Martin Mächler (Tenor), Silke Marchfeld (Alt) und Peter Brechbühler (Bariton) verliehen dem Textinhalt Glaubhaftigkeit. Alle drei Solisten wussten mit Textverständlichkeit und dynamischer Phrasierung in Abstimmung mit dem Dirigenten zu überzeugen. Und schliesslich liess sich auch der Chor anstecken: Mit rhythmischer Präzision und frechem Vorwärtsstreben entstand vor den Augen des Publikums eine himmlisch musikalisch gestaltete Hölle mit «Zacken und mit Gabeln».

Vielleicht schaffte es die ALGV nicht ganz bis zum Himmel, aber bis Wolke 7 reichte es allemal – der Schlussapplaus bezeugte dies. Und wer hätte gedacht, dass auch die Hölle ganz himmlisch gestaltet werden kann? Alles in allem: Ein Plädoyer für die Extreme und eine Erinnerung daran, weshalb man das Hüpfkästchenspiel so liebte.

 

 

 

 

 

 

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