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«Die Zeit der Despoten ist vorbei»

 

Philippe Bach ist im September als Gastdirigent mit dem Aargauer Sinfonieorchester zu erleben sowie als Jury-Mitglied beim Schweizerischen Dirigentenwettbewerb in Suhr.

 

(Mittelland Zeitung, Tom Hellat, 06. September 2010)

 

Philippe Bach, Sie dirigierten als Assistant Conductor am Opernhaus Teatro Real in Madrid. Jetzt gehen sie als Generalmusikdirektor nach Meiningen. Doch Ihre musikalische Wiege stand in Saanen. Wie fand die Musik zu Ihnen aufs Land?
Philippe Bach: Mein Weg war vorgespurt. Mein Vater, Chef der örtlichen Musikschule, dirigiert auch die Dorfmusik. Ich sog Musik also mit der Muttermilch auf.

Welchen Typ Dirigent haben Sie da aufgesogen und verinnerlicht, eher den väterlichen Freund oder die distanzierte, autoritäre Instanz?

Bach: Heute ist die Zeit der Despoten vorbei. Die gibt es auch in der richtigen Welt fast gar nicht mehr. Man muss auf die Musiker eingehen können.
In der Broschüre zum «Schweizerischen Dirigentenwettbewerb» in Suhr, bei dem Sie als Jury-Mitglied tätig sind, wird die Arbeit eines Dirigenten mit derjenigen eines Managers verglichen. Sehen Sie da auch Ähnlichkeiten?

Bach: Ein Dirigent ist schliesslich dafür verantwortlich, dass es im Ganzen gut läuft. Auch menschliche Konflikte im Orchester muss man lösen können. Denn es wird schwierig, miteinander Musik zu machen, wenn man sich nicht versteht. Es ist aber nicht so, dass alle miteinander supergut auskommen müssen. Wichtig ist, dass alle zusammen am gleichen Strang ziehen. Bei einem Manager ist das vermutlich nicht anders.

Gerade für junge Dirigenten ist es schwierig, eine solche Sicherheit auszustrahlen und ein Wettbewerb ist immer auch ein sportlicher Anlass...

Bach: Natürlich wird da Sport getrieben und die Leistungen werden miteinander verglichen. Aber das ist unabdingbar. Wettbewerbe sind wie Sprungbretter: Wer hoch hinauswill, braucht eine Starthilfe. Bei Dirigenten ist das Problem oft, dass man einen möglichst jungen möchte, der schon viel Erfahrung hat. Aber niemand will der Erste sein, der ihm eine Chance gibt. Wenn man dann einen Preis gewinnt, ist vieles einfacher. Und die Beurteilung der Leistungen fällt bei einem Dirigierwettbewerb oft nicht schwer. Man sieht schnell, ob es funktioniert oder nicht, ob jemand ein Orchester führt oder das Orchester ihn.

Am Schweizerischen Dirigentenwettbewerb gibt es keine Preisgelder abzuräumen. Was kann man als Kandidat trotzdem gewinnen?

Bach: Als Dirigent ist man Einzelkämpfer und wenige Leute sind ehrlich mit einem. Alle wollen nett sein mit dem Dirigenten! Deswegen ist es schwer, ein ehrliches Feedback zu kommen. Ein Wettbewerb schafft da Klarheit.

Bei diesem Wettbewerb geht es nicht um Sinfonieorchester, sondern ausschliesslich um Blasmusik...

Bach: Vom Dirigieren her ist es sehr ähnlich. Man muss einfach überall gut sein.
Hat denn die Blasmusik immer noch gegen den Geruch der Bierzeltatmosphäre anzukämpfen? Was tut ein solcher Wettbewerb dagegen?

Bach: Die Engländer sagen: «You are what you play.» Also, wenn man nur billige Blasmusik spielt, interessiert das kein Fachpublikum. Trotzdem gehört Marschmusik auch zur Aufgabe einer Blasmusik. Und es ist auch schön, sie zu spielen. Man muss einfach vielseitig sein heutzutage.

Sie werden diesen September auch das Aargauer Sinfonie-Orchester dirigieren. Wie schätzen sie das Orchester ein?

Bach: Ich mache das erste Mal ein Konzert mit dem Aargauer Sinfonieorchester. Ich freue mich sehr darauf. Ich muss ehrlich sagen, ich habe sie erst einmal gehört, als ich ganz jung war. Seither wurde mir aber immer nur Gutes berichtet über sie. Das Orchester hat sich fabelhaft entwickelt. Aber es muss noch weitergehen. Es wäre wunderbar, wenn es noch mehr spielen könnte.   

Im Kanton Aargau ein richtiges Fulltime-Berufsorchester zu haben, das wäre schön.

 

 

 

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