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Medienmitteilungen
ASO-Portrait/Fotos

HAMMERKLAVIER-KÜNSTLER ANDREAS STAIER

 

«Ich möchte Musik möglichst lebendig sprechen lassen»

 

Andreas Staier gehört zu den herausragenden Hammerklavier-Künstlern der Welt. Im Gespräch erzählt er, was es mit seiner Vorliebe für historische Instrumente auf sich hat.

 

(RadioMagazin, 17.01.2009)

 

radiomagazin: Andreas Staier, wuchsen Sie zu einer guten Zeit in das Musikleben hinein?
Andreas Staier: Junge Musiker, die heute ihr Studium beenden, haben es sicher schwerer als meine Generation in den 80er-Jahren. Es war damals einfacher, eine Karriere zu
starten und sich in mehreren Ländern einen Namen zu machen: Es gab viele Labels, und die Plattenfirmen hatten grosse Mittel und Möglichkeiten. Dank der vielen CDs kannten die Leute die Künstler irgendwo in Spanien, auch wenn sie dort noch nie gespielt hatten. Aber diese Vorteile hatten nichts mit meiner Beschäftigung mit alter Musik zu tun.


Gab es ein Urerlebnis, das Sie zur alten Musik brachte und zum Spezialisten für Cembalo und Hammerklavier machte?
Zum einen hatte ich in Hannover mit Lajos Rovatkay einen fantastisch kreativen Cembalo-Lehrer, von dem ich unglaublich wichtige Eindrücke und bleibende Anregungen erhielt. Zum anderen war es die Neugier auf die Instrumente – auf Cembali wie auf die Hammerklaviere. Ein grosses bleibendes Aha-Erlebnis war die erste Bekanntschaft mit einem originalen Wiener Flügel in einem Museum in Antwerpen. Dieser Flügel hat mir innert Sekunden all das erzählt, worüber ich auf dem modernen Flügel unglücklich war, ohne zu wissen warum: Wieso sind manche Stellen bei Schubert so schwierig zu spielen, und wieso gefällt es mir nie? Natürlich hat man immer auch an seiner eigenen Technik etwas auszusetzen, aber durch dieses Instrument erfuhr ich, dass nicht
alles meine Schuld war.


Sie hatten demnach ein Instrument gefunden, um Schubert «richtig» zu spielen?
«Richtig» tönt rechthaberisch. Ich versuche, die Musik so lebendig wie möglich sprechen, tanzen und singen zu lassen. Das erschien mir damals auf historischen Instrumenten einfacher. Es ist ja auch kein originärer Ansatz, zu sagen: «Ich will das machen, weil es richtig ist.» Das ist ein Antrieb für einen Naturwissenschaftler. Wir Künstler beschäftigen uns hingegen mit ästhetischen Dingen. Wenn Sie etwas richtig machen, und es ist langweilig, hat es ja auch
keinen Wert.

Der Hammerflügel löste gewisse Schubert-«Rätsel». Ihr Kollege Andras Schiff sagt: «Konsequenterweise müsste ich Mozart oder Beethoven auf dem Hammerklavier spielen.» Aber wenn jemand sehr gut auf dem Flügel spielen könne, gehe es auch auf dem modernen Flügel. Teilen Sie diese Ansicht?
Schiff ist ein interessanter Fall – auch mit dieser Aussage: Jahrelang hat er gegen Leute polemisiert, die ihre Zeit damit verschwenden, mit Cembali und Hammerflügel Musik zu machen. Und jetzt hat er offenbar Pläne, auf dem Hammerflügel CDs einzuspielen. Aber er hat recht: Ein guter Musiker auf einem modernen Flügel ist allemal besser als ein schlechter auf einem Hammerklavier. Spannend wirds, wenn man Musiker von gleichem Niveau vergleicht.


Aber wenn jemand im Kopf offen ist für den Hammerflügel, warum soll er dann auf dem modernen Flügel spielen? Für Sie war diese Frage von einem gewissen Punkt an doch klar.
Ich habe nicht zu den historischen Instrumenten gewechselt, weil ich das moderne Klavier nicht leiden konnte – auch wenn bestimmte Dinge auf dem Hammerflügel zweifelsfrei besser gehen. Es war keine Entscheidung gegen den modernen Flügel, sondern eine Horizonterweiterung
aus Neugier. Ich spiele ja nach wie vor auch Konzerte auf dem modernen Flügel.


Wenn die historische Aufführungspraxis populär wird, droht Gefahr, dass sie «historisch weniger korrekt» ist. Mit einer echten Barockgeige kann man in einem grossen Saal kaum bestehen. Wie ist es nun mit dem Cembalo oder Hammerflügel?
Ist der Saal gut, kann er durchaus auch mal etwas grösser sein. Entscheidend ist, ob ich ein Solorezital oder ein Konzert mit Orchester spiele: Bei Solorezitals sind die Hörer in den ersten zehn Minuten über den geringen Schalldruck fast immer befremdet, danach gewöhnen sich die Ohren daran. Problematisch ist es hingegen, Klavierkonzerte in grossen Sälen zu machen. Gegen das Ungleichgewicht zwischen Orchester und Soloinstrument ist kein Kraut gewachsen – ausser man verstärkt das Klavier. Aber die Problematik ist heute nun mal eine wirtschaftliche: Der Veranstalter kann es sich nicht leisten, mit einem Orchester und einem Solisten in einem Saal für 200 Leute zu spielen. Wir gehen auf den unterschiedlichsten Ebenen Kompromisse ein.


Interview: Christian Berzins

 

Andreas Staier live in Aarau

Der Hammerflügel-Künstler Andreas Staier spielt als Solist zusammen mit dem Pianisten Antonio Piricone an Konzerten des Aargauer Symphonie Orchesters auf zwei modernen Flügeln das Mozart-Konzert für zwei Klaviere (KV 365). Für den Abend vom Dienstag, 20.1., in Aarau (20 Uhr, Kultur- und Kongresshaus) verlost das RadioMagazin 2 x 2 Karten. E-Mail an verlag@radiomagazin.ch. Einsendeschluss ist am Montag, 19.1., 12 Uhr. Die Gewinner werden benachrichtigt. Rechtsweg ausgeschlossen. (sc)

 

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